Mailt uns Euer Plakat zur
kostenlosen Veröffentlichung auf
Tien Antons Pinnwand:

















Powered by Blogger


Logo Tien Anton

Home

Impressum
Was will Tien Anton?
Tien TV
Aktuelle Viersen-Infos
Was geht am Wochenende?
Tien Anton bei Facebook
Tien Anton bei MySpace

Tien Anton Banner
für Eure Homepage



kurz & schmerzlos -
dem Tien sein Twitter:


Tien Antons Twitter

Stichworte:
Termine
Dülken
Viersen
Süchteln
Boisheim
Grenzland
Live
Video
Klüngel
Tonne
Satire
Hausmitteilungen

Grönes Gartengezwitscher:
Freunde:
SchrägTV
Watt Jeht
Schorschs jemütliches
Web-Imperium

RKW Viersen
Hubert-Vootz-Haus e.V.
kunst&kulturhaus
bachstraße

Eier mit Speck Festival
Xing Regionalgruppe Viersen
Radio Dülken
Stage 99

Reklame:




Aktuelle Dülken-Fotos:
www.flickr.com


Szene Klüngel Kultur Alltag Info Tratsch Fun

Tien Anton
Das lokale Webmagazin aus Dülken für die Region VIE und das Grenzland
26.2.00
  Speedy Linus in der großen Stadt
Erlebnisse eines Ex-Vierseners in Düsseldorf

Der Zufall tanzt im Zakk

Zufälle bewegen die Wissenschaft gleichermaßen wie die Philosophie. Der Zufall polarisiert. Während er einerseits das Grundprinzip des Universums sein soll, so ist er andererseits unerreichbar beispielsweise bei der Generation von Zufallszahlen, die es praktisch nicht gibt. Einen Zufall zu beweisen stellt ein bisher unlösbares Problem dar. Und doch geht von Zufällen, wie wir sie kennen ein geradezu mystischer Reiz aus und sie sind ein Garant dafür, dass es auch ohne die Einnahme psychoaktiver Substanzen (wovon ohnehin dringend abgeraten wird) zu halluzinogenen (ich würde ja lieber „halluzinoiden“ sagen, aber da motzt die Rechtschreibkorrektur) Wahrnehmungen kommen kann.

Hier mal ein Beispiel. Ich schwöre, dass es sich so und nicht anders zugetragen hat. Völlig ohne Uri Geller oder dem Zutun irgendeines Reserve-Mentalisten: Es muss im Jahre 1992 gewesen sein. Freitags abends war es zur gewohnten Pflicht geworden, den „Doppelpunkt“ in Kaldenkirchen aufzusuchen. Die Party ging hier stets bis 5:00 Uhr morgens und in der anwesenden Gesellschaft traf man Hunz und Kunz. So trug es sich zu, dass ich in dieser Nacht auf Holger traf. Holger, das war ein „alter Schulfreund“, mit dem ich das Dülkener Gymnasium quälte. Zur drohenden Morgenstunde hatte Holger die glorreiche Idee, man könne ja noch zur blauen Lagune fahren (damals noch ein abgezäunter Baggersee, dessen Betreten illegal war), um dort quasi chillend am Ufer den Morgen zu begrüßen mit dem Blick gen aufgehende Sonne. Gesagt – Getan. Anfangs saßen wir noch quasselnd auf einer kleinen Anhöhe, doch mit zunehmender Müdigkeit wurden wir ruhiger, bis wir zu guter letzt einfach nur noch schweigend und glotzend da saßen. Es war still. Wir waren allein, keine Menschenseele weit und breit. Die Wasseroberfläche glatt und eben. Ein wenig mochte man den Wind wahrnehmen, der Bäume und Gestrüpp streifte. Im Zustand dieser Verharrung vergingen Sekunden, Minuten, Stunden. Was nun kommt, gleicht dem Kapitel 13 der Offenbarung in der Bibel: „...und ich sah, ein Tier stieg aus dem Wasser!“ Eine schwarze Gestalt erhob sich aus der Tiefe des Wassers und richtete den Blick gegen uns. Wenn das nicht alleine schon unheimlich genug gewesen wäre, öffnete diese Gestalt alsbald darauf ihren Mund und rief: „Ey, bist Du nicht der Marcel Thebach??“ (Speedy Linus gab es damals noch nicht). Verstört wendete ich mich Holger zu und hoffte, er würde mir aus meinem Horrortrip heraushelfen können: “Du Holger, da ist grad was aus dem Wasser gekommen und hat gefragt, ob ich Marcel Thebach bin!“ Doch anstatt mich für verrückt zu erklären entgegnete er: „Jo, dat hab ich auch gesehn!“ Kurz darauf wurde die Situation entzaubert, als sich heraus stellte, dass dort wohl ein alter Internatskamerad seiner Tauchleidenschaft nachging. Dennoch hat sich die vorhergehende Situation bis heute fest in meinen Gedankenbestand eingebrannt und erinnert wurde ich daran erneut in der vergangenen Woche bei einem Zufall im Düsseldorfer Kulturzentrum Zakk.

Aus meiner Zeit im Doppelpunkt kannte ich eine Gestalt, die mit dem öffnen der Türe bis zu ihrem schließen unentwegt auf der Tanzfläche stand. Diese Gestalt kannte niemanden, kam immer alleine, redete mit niemandem und war immer anwesend. Fast schon konnte man den Eindruck gewinnen, er wäre als bezahlter Animateur engagiert, doch dem war nicht so. Er war halt wie man so schön sagt zu einer festen Institution im Doppelpunkt geworden. Ich kenne weder seinen Namen noch weiß ich irgendetwas anderes über ihn, als dass er ein Duracell-Tänzer im Doppelpunkt ist. Seither sind gute 17 Jahre vergangen (ich meine nicht dass sie vergangenen Jahre „gut“ waren, das „gut“ bezieht sich auf die Qualität der Zahl 17!) Lirum Larum, so finde ich mich denn am vergangenen Samstag auf einer Wave – und Independent-Party im Zakk wieder. Hurra, lange nicht mehr ausgegangen und diese Veranstaltung war bewusst gewählt, um im Publikum wenn nicht jung dann doch zumindest gleichaltrig zu sein und die Garantie zu haben, dass Musik nach der persönlichen Fasson gespielt würde...Cure, Joy Division, Sisters, Fad Gadget, Human League usw. usw.
Mittlerweile ist es 23:00 Uhr und der Club im Hinterzimmer öffnet seine Pforten. Abmarsch Richtung Tanzfläche und rein in die Musik. Da erwischt mich eine visuelle Wahrnehmungsstörung direkt zu Beginn. Ein ergrauter Mann steht auf der Tanzfläche und schwingt die Hufen. Ich denke mir: „Diese Statur, diesen Tanzschritt...den kennst du doch“ Ich stecke mir eine Kurbel ins Ohr und spule den Film zurück und bin mir sicher, dass das der Kerl aus dem Doppel von früher sein muss. So sag ich denn zu meiner besseren Hälfte: „Den Typ da, den kenn ich. Der hat früher im Doppel die ganze Nacht durchgetanzt!“ - „Naa klar!“ bekomme ich von ihr zu hören „Im Doppelpunkt, vor 20 Jahren und jetzt steht der plötzlich hier, ganz zufällig im Zakk!“ Mit dieser Begründung legte ich meinen Verdacht dann beiseite und tat es damit ab, mich wohl doch geirrt zu haben. So nimmt die Nacht denn ihren Verlauf, als gegen kurz vor 4:00 Uhr plötzlich und aus dem Nichts die ergraute Gestalt auf mich zukommt, einem abgeschossenen Pfeil gleich, der auf mich gerichtet wurde und sagt: „Ey, ich rede sonst mit niemandem. Wer bist Du?“ – „Tja“ sage ich, „ich heiße Marcel und wenn mich nicht alles täuscht, dann hast Du früher exzessiv im Doppel in Kaldenkirchen getanzt!“ Seine Antwort darauf ist kurz: „Ja, stimmt. Daher also. Tschö !“ Und so geht er hinaus und verlässt das Lokal.

Dass die Welt klein ist, ist bekannt. Wie klein sie wirklich ist, das wird erst an solchen Beispielen deutlich. Für mich hatte diese zufällige Begegnung jedoch einen ganz besonderen Charme: Die gesamte Nacht hatte etwas heimeliges, etwas dass an ganz alte und gute und wunderschöne Zeiten anknüpft und zum ersten Mal hatte ich in meiner Zeit hier in Düsseldorf das Gefühl meiner Heimat wieder ganz Nahe zu sein. Zufälle mögen unerklärliche Phänomene sein, doch sie sind das Salz in einer sonst langweiligen Alltagssuppe.

home
 
Kommentare: Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]



Links zu diesem Post:

Link erstellen



Ein Hinweis aus gegebenem Anlass:


Tien Anton on Facebook


Suchen auf www.tienanton.de:

Regionale Nachrichten (RP/WZ):

Aktuelle Beiträge:

Speedy Linus in der großen Stadt
Speedy Linus in der großen Stadt

Regionale Reklame:


Saal Birgit

Bürodienstleistungen Fuchs

Saal Birgit

Ministry of Light

Saal Birgit

Posterdruck online

Saal Birgit

Buchhandlung Doetsch

Steuerbüro Brock

Kaisermühle

Fotostudio Weimbs-Bork

Fotostudio Weimbs-Bork



Garten Gröne

Tommy's Workshop

Dieter Mai - Kreative Dienstleistung

Grenzagentur

Yogabi



Kaisermühle

Familienhilfe Niederrhein

Aktie mit Herz

Ihre Werbung hier?