Was halten die Schüler selbst vom neuen Schulfach "Betragen"? Alles Banane, oder ist "Benimm" gar wieder "in"? Tim Robens befragte für Tien Anton im Anschluss an die heutige Zeugnis-Ausgabe seine Mitschüler/innen am Viersener Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium:
Julian (13), 7. Klasse:"Die Kopfnoten sind eine coole Idee. Sie zeigen Schwächen auf und helfen einem, sich zu verbessern. Die Eltern müssen aber dahinter stehen und eventuell 'Stress machen'.
Ich sehe aber auch die Gefahr, dass Noten 'unfair' vergeben werden, dass zum Beispiel ein Klassensprecher überall Einsen bekommt."
Matthias (11), 5. Klasse:
"Das war mein erstes Zeugnis am Gymnasium. Ich hab mich erschrocken, dass ich so viele Noten bekommen hab. In der Grundschule gab es immer nur fünf Zensuren. Kopfnoten finde ich überflüssig, es ging vorher auch ohne. Um die "Störer" zu bestrafen sollte man lieber einen kleinen Text aufs Zeugnis schreiben. Die Kopfnoten können ein gutes Zeugnis 'versauen'."
Leonie (11), 6. Klasse:
"Ich bin mit meinen Kopfnoten zufrieden und finde die eine gute Idee. Ich hoffe, dass die 'Störenfriede' in meiner Klasse damit ermahnt werden können. Allerdings müssen auch die Eltern die Noten ernst nehmen, damit die Kinder sich ändern können."
Stephan (15) 9. Klasse:
"Die Einführung der Kopfnoten war sinnvoll, ich füchte aber, dass, wegen dem damit verbundenen zusätzlichen Arbeitsaufwand für die Lehrer, Noten auch schon mal 'einfach so' gegeben werden, damit man schnell fertig ist. Die Noten sind nur okay, wenn sie gerecht und fair sind."
Carina (18) Stufe 13 (Die '13er' haben ihr Zeugnis schon im Dezember bekommen):"Im Prinzip sind Bewertungen von Arbeits- und Sozialverhalten eine gute Idee. Man muss aber bedenken, dass Kopfnoten einen Schüler nicht beschreiben oder charakterisieren können. Mich stört außerdem die Art der Notengebung: was ist z.B. mit der Kategorie 'Konfliktverhalten', wenn ein Schüler gar keine Konflikte hat? Außerdem sind die Kopfnoten stark lehrerabhängig, Stichwort 'Lieblingskinder'. Der 'Ausgangspunkt' bei der Noten-Vergabe sollte einheitlich geregelt sein. Aktuell ist es so, dass einige Schulen von einer '1' ausgehen und bei Bedarf herabstufen, andere vergeben pauschal eine '2' und werten auf oder ab."
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