1.2.08

Altweiber in Viersen

Tien-Anton-Außenreporter Tim Robens war zu Altweiber in der Viersener Innenstadt unterwegs. Leider hat die Speicherkarte seiner Digicam den Dienst versagt, sein Bericht muss daher ganz ohne Fotos auskommen - falls eine(r) unserer Leser(innen) Bilder zu den Geschehnissen hat, die wir hier veröffentlichen können, wären wir extrem dankbar über eine Kontaktaufnahme, Stichwort "hautenge goldene Ganzkörperanzüge":

„Jede Jeck ist anders“ heißt es in einem Sprichwort und hätte auch gestern das Motto des Altweibertreibens in Viersen sein können.
Da gibt es die eine Art Jecken, die der seit Jahrzehnten gepflegten Tradition dieses Donnerstags mit Freude frönen, mit Tretrollern über den Rathausmarkt rasen und danach in polemischen Kampfeswellen das „Verwaltungsschiff“ von Günter Thönnessen erstürmen. Das Wichtigste dabei: Die Zielgruppe vor dem Stadthaus scheint Spaß am bunten Treiben zu haben und freut sich, als der erste Bürger der Stadt seinen Palast bis Aschermittwoch räumen muss.
Die andere Art Jecken feiert am anderen Ende der Viersener Innenstadt auf dem Sparkassenvorplatz beim Lückenfüller-Festival. Dort spielen seit 17.30 Uhr Ranzig und begeistern die anfangs noch überschaubaren Massen auf gewohnte Weise mit Pop- und Rockcovern.
Im Verlauf des Abends – man spekuliert: bei den älteren Generationen nach Feierabend und bei den Jüngeren als es in der Dülkener Innenstadt zu kalt wird – füllt sich dann auch der Platz mit geschätzt 500 feierwütigen Jugendlichen und Junggebliebenen.
Die Punk-Mädels von Lili aus Köln konnten so ab 18.30 Uhr auf ein enthusiastisches Publikum bauen. „Wir bereuen es nicht, an Altweiber aus Köln nach Viersen gekommen zu sein. Ihr feiert mindestens genauso gut!“ schrie Frontfrau „Ylva“ den Viersenern mehrfach zu.
Tatsächlich schafften es die drei in hautenge, goldene Ganzkörperanzüge gekleideten Frauen („unsere Kostüme – ist ja schließlich Karneval“) und Schlagzeuger Marcel, die Jecken mit guter Musik und sexuellen Schlüsselreizen zum Toben zu bringen.
Als Lili die Bühne verließen kam der fabulöse Roland. Er überzeugte mit seiner lang erprobten Alleinunterhalter-Stimme und schmetterte die Mitsingklassiger durch die Viersener Innenstadt. Trotz anhaltendem Regen und peitschendem Wind machte der Stimmungsmacher seine Aufgabe im wahrsten Sinne fabulös, so dass Komplett-Besitzer „Budda“ danach nicht mehr viel tun musste, um die Stimmung auf Niveau zu halten und das Flair seiner Kneipe auf den Platz zu ergießen. Und da auch der Indikator „Polizeieinsätze“ vergleichbar gering blieb kann man von einem durchaus gelungen Abend sprechen.