28.2.08

WDR 2 für eine Stadt – Gelungene Abwechslung oder teurer Spaß?


tiro Mittlerweile dürfte es sich herumgesprochen haben: Der Radiosender WDR 2 verlost sich selber. Einen ganzen Tag kommen die Stars des Kölner Senders in eine Stadt in Nordrhein-Westfalen und gestalten mit den Menschen vor Ort ihre Sendungen. Highlight dieses einmaligen Tages ist dabei das abendliche Open Air-Radiokonzert, aber auch die WDR 2-Party und die Auftritte verschiedener Kabarettisten und Musiker locken. Natürlich hat sich auch die „lebendige Stadt“ Viersen beim Westdeutschen Rundfunk beworben und fordert momentan seine Bürger dazu auf, im Internet für ihre Heimatstadt abzustimmen. Wer dazu seine Stimme noch abgeben möchte, muss sich dranhalten: die Wahllokale schließen heute um 24 Uhr!

Die eigentlich so gelungen anmutende Mobilmachung der Viersener für ihre Stadt wirft jedoch auch Fragen auf. So hat die Wirtschaftsförderung der Stadt werbewirksam vierfarbige Flyer und großformatige Plakate drucken lassen. Das Ausmaß der dabei entstandenen Kosten lässt sich erahnen, wenn man weiß, dass an jeden Schüler ab der 7. Klasse im gesamten Stadtgebiet ein solcher Flyer ausgehändigt wurde. Außerdem liegen und hängen in allen öffentlichen und vielen weiteren Gebäuden große Stapel der besagten Druckerzeugnisse aus. Sicherlich ist diese massive Öffentlichkeitsarbeit eine gelungene Investition, wenn WDR 2 tatsächlich am 24. Mai in Viersen aufspielt.

Doch wenn nicht sind Unsummen an Geldern aus dem Fenster des Rathausmarktes 1 geworfen worden, denn auch wenn Bürgermeister Günter Thönnessen in einem Telefoninterview drei Minuten für Viersen werben durfte, bleibt fraglich, ob der Gesamtwerbeerfolg in einem vertretbaren Verhältnis zu den getätigten Ausgaben steht. Deren tatsächliche Höhe zu erfahren wäre in jedem Fall wünschenswert.

5 Kommentare:

nick hat gesagt…

Recht hast du! Mich hat ja schon dieser Aufruf von Thönnessen genervt, dass alle Schüler doch bitte im Internet abstimmen sollen. Soll er sich doch selbst die Finger wund klicken - von dem Geld für die Werbekampagne ganz zu schweigen...

Crone hat gesagt…

Über die Kosten der Werbekampagne habe ich mir bislang überhaupt noch keine Gedanken gemacht.
Ich vertrete also auch die Meinung, dass die tatsächliche Höhe der Ausgaben für die Werbung öffentlich gemacht werden sollte.
Ich glaube, dass die Werbung nicht viel gebracht hat. Hierfür gibt es einige Gründe:
a) in meinem Bekannten-/Kollegenkreis wussten die wenigsten von dieser Aktion
b) auf der Internetseite vom WDR2 wurden eingesendete Bilder der Städte gezeigt, von Viersen habe ich nichts gesehen.

Ralfi hat gesagt…

Na ja ,is n bisschen viel Rummel für n bisschen Image im Fernsehen oder im Radio.

Ausserdem mal ein paar Fakten zur ,,lebendigen Stadt,,

Mittelalter und am Beginn der Neuzeit hatte Viersen nur wenige hundert Einwohner. Erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung der Stadt sehr schnell. Lebten 1818 erst 3.500 Menschen in dem Ort, so waren es 1900 bereits 25.000. Durch die Eingemeindung der Städte Dülken (22.555 Einwohner 1969) und Süchteln (18.606 Einwohner 1969) stieg die Einwohnerzahl der Stadt von 44.010 im Jahre 1969 auf 85.171 am 1. Januar 1970.

Im Jahre 1972 erreichte die Bevölkerungszahl mit 87.013 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2006 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Viersen nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 75.975 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Das ist seit 1972 ein Rückgang um 12,7 Prozent (11.038 Personen).

Na ja soooo lebendig kann es ja nicht hier sein.Ich halte es für eine Lächerlichkeit sondersgleichen solche Aktionen ins Leben zu rufen.

Zumal ich noch nie ...nnooocchhh nie irgendwo Plakate gesehen habe.

Nun denn...!!

Crone hat gesagt…

Morgen kommt wahrscheinlich die Ernüchterung !
Dann können wir auch alle an der Tagesfahrt zum 97. Katholikentag in Osnabrück teilnehmen...

Der Bö hat gesagt…

Ich erinnere mich an Liveschaltungen des WDR mit Carmen Thomas vo Sparkassenvorplatz aus. WDRs Lilliputz ab und an mal, dann die Übertragungen des Jazzfestivals etc. Ich kann nicht behaupten, dass unsere Heimatstadt im WDR TV/Radio unterrepräsentiert wäre. Für unser Kaff doch ganz ordentlich. Zahlungskräftige Holländer kommen gerne nach Viersen und hören eh keinen WDR. :-)
Falls also die Flyer nicht schrottenbillig digital online gedruckt und erworben wurden, sehe ich ebenfalls jede Minute Organisationszeit schlecht investiert.
Andererseits: „Wer nicht wirbt, stirbt!“ heißt es so schön.
Nur das Verhältnis muss stimmen.