dmai Ein neues Schlagwort macht die Runde unter Deutschlands Fußball-Fans - immer mehr fanatische Ballsport-Anhänger frönen ganz offen dem so genannten "Private Viewing": anstatt sich gemeinsam mit verschwitzten, gröhlenden, halbnackten Besoffenen in öffentlichen "Public Viewing"-Bereichen zu drängeln, ziehen die neuen Trendsetter es vor, auf dem heimischen Balkon bei einem gepflegten Glas Wein ihre Lieblingsmannschaft zu unterstützen.Daheim, in vertrauter Atmosphäre, gemeinsam mit dem Partner/der Partnerin und eventuell noch ein, zwei wirklich guten Freunden, den Tischgrill stets in Reichweite, so zelebriert der Fan von Welt dieser Tage Fußballfieber mit Stil.
Ganz wichtig auch die passenden Accessoires, hier besonders im Trend: die so genannte "Röhre". Um die einzigartige Atmosphäre der einzig wirklichen Glanzzeiten des Ballsports, sprich der Ära Beckenbauer, Müller, Breitner, Netzer, Bonhof, Heynckes & Co, wieder aufleben zu lassen heißt es für den geschichtsbewussten Fan: analog ist Trumpf. Moderne Flachbildschirme, womöglich noch in "HD-Ready", sind absolutes "No Go", stattdessen ultimativ angesagt: der quaderförmige, zentnerschwere Bildröhren-Apparat. Für ganz elitäre Hardcore Style-Fetischisten ist zusätzlich die analoge Dachantenne zwingend vorgeschrieben.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob wir es hier lediglich mit einem von einer stets nach Gewinnmaximierung lechzenden Lifestyle-Industrie gepushten Strohfeuer zu tun haben, oder gar mit einer langfristigen Trendwende "back to basics". Was meinen die Tien Anton Leser dazu? Kommentare erwünscht!
3 Kommentare:
Bis auf die analoge Dachantenne trifft alles im Prinzip wie beschrieben auf mich zu.
Ich sach et ja immer: wir "alten Säcke" sind die wahren Trendsetter! ;-)
Spricht man schon von "Back to Basics" im Zusammenhang mit "Private Viewing" fände ich es klasse im Zuge dieser Rückbesinnung auf die Wurzeln auch die Bezeichnung in "nicht öffentliches schauen" umzuwandeln.
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