dmai Auf angenehme Weise Lügen gestraft wurde der Korrespondent am gestrigen Samstag in der Viersener Festhalle. Nicht nur, dass die Bude, im Gegensatz zum Freitag, richtig voll war, auch die Altersstruktur war erfreulich gut gemischt wie schon lange nicht mehr an gleicher Stelle. Um das Glück des Berichterstatters vollkommen zu machen, gab es auch noch eine Häufung innovativer Momente wie es sie ebenfalls lange nicht gegeben hat beim Viersener Festival.
Die Highlights waren dabei, wie so oft, weniger auf der großen Bühne als auf den vermeintlichen Nebenschauplätzen, der Bühne 2 in der Musikschule und dem architektonisch nach wie vor scheußlich misslungenen aber gnädig ausgeleuchteten Festhallenkeller zu entdecken. Eben dort überzeugten ein weiteres Mal die im gestrigen Bericht schändlicherweise verschwiegenen Youngster von Three Fall: frisch, frech und unbekümmert durften sie das Samstagsfinale für den harten Kern der Jazzfans gestalten. Eine Aufgabe, der sich Lutz Streun (ts, bcl), Till Schneider (pos, Sousafon, Didgeridoo) und Sebastian Winne (dr) wie schon am Vorabend mit Bravour entledigten.
Zuvor hatten die Routiniers Eddie Gomez mit seinem Trio und Jean Luc Ponty mit Band souveräne Auftritte auf der Main Stage in der Festhalle absolviert. Gomez wusste sich die Sympathien des Viersener Publikums frühzeitig zu sichern, verglich er doch deren akustische Qualitäten mit denen der New Yorker Carnegie Hall. Pontys routinierte Fusion Jazz Darbietung hatte zwar nicht mehr allzu viel von der anarchischen Aufbruchstimmung seeliger Jazzrock-Glanzzeiten, bot aber immer noch genügend musikalische Qualität, das Publikum zu ausgiebigen Beifallskundgebungen zu animieren.
Richtig spannend war es, einmal mehr, im Tropenholz-Rondell der kleinen Bühne in der Jugendmusikschule. Der blinde Akkordeonist Otto Lechner und sein kongenialer Mitspieler Arnaud Méthivier schufen mit ihren "Quetschkommoden" wahre Gänsehaut-Atmosphäre. Sehr emotional und einen riesigen musikalischen Reichtum wie aus einem niemals versiegenden Füllhorn über das gebannt lauschende Publikum ausgießend, in stetigem Fluss improvisierend ohne ins technisch-virtuose abzudriften. Ein Erlebnis, standing ovations.
Keine Zeit für Zwischenapplaus: Duo Lechner/Méthivier
Allen spannenden Projekten auf den Nebenbühnen gemein war der kollektive Abgesang auf die brachial-geräuschlastigen Improvisationsformen der Free-Jazz-Tradition. Das Melodische ist wieder da!
Nachtrag: Wer Ottmar Nagels Bericht auf RP-Online nachlesen möchte, der u. a. auf das erste Konzert auf der Hauptbühne am Samstag eingeht, das ich mir wie schon tags zuvor "geklemmt" hatte, kann dies hier tun. Dort gibt es noch ein paar Zeilen von mir zum Geschehen auf Bühne 2.
Die Highlights waren dabei, wie so oft, weniger auf der großen Bühne als auf den vermeintlichen Nebenschauplätzen, der Bühne 2 in der Musikschule und dem architektonisch nach wie vor scheußlich misslungenen aber gnädig ausgeleuchteten Festhallenkeller zu entdecken. Eben dort überzeugten ein weiteres Mal die im gestrigen Bericht schändlicherweise verschwiegenen Youngster von Three Fall: frisch, frech und unbekümmert durften sie das Samstagsfinale für den harten Kern der Jazzfans gestalten. Eine Aufgabe, der sich Lutz Streun (ts, bcl), Till Schneider (pos, Sousafon, Didgeridoo) und Sebastian Winne (dr) wie schon am Vorabend mit Bravour entledigten.
Zuvor hatten die Routiniers Eddie Gomez mit seinem Trio und Jean Luc Ponty mit Band souveräne Auftritte auf der Main Stage in der Festhalle absolviert. Gomez wusste sich die Sympathien des Viersener Publikums frühzeitig zu sichern, verglich er doch deren akustische Qualitäten mit denen der New Yorker Carnegie Hall. Pontys routinierte Fusion Jazz Darbietung hatte zwar nicht mehr allzu viel von der anarchischen Aufbruchstimmung seeliger Jazzrock-Glanzzeiten, bot aber immer noch genügend musikalische Qualität, das Publikum zu ausgiebigen Beifallskundgebungen zu animieren.
Richtig spannend war es, einmal mehr, im Tropenholz-Rondell der kleinen Bühne in der Jugendmusikschule. Der blinde Akkordeonist Otto Lechner und sein kongenialer Mitspieler Arnaud Méthivier schufen mit ihren "Quetschkommoden" wahre Gänsehaut-Atmosphäre. Sehr emotional und einen riesigen musikalischen Reichtum wie aus einem niemals versiegenden Füllhorn über das gebannt lauschende Publikum ausgießend, in stetigem Fluss improvisierend ohne ins technisch-virtuose abzudriften. Ein Erlebnis, standing ovations.
Keine Zeit für Zwischenapplaus: Duo Lechner/MéthivierDem in nichts nach stand das ungewöhnliche Duo-Projekt von Heinz Sauer und Michael Wollny. Satte 46 Jahre Altersunterschied machten den ganz besonderen Charme dieser Kooperation aus. Einfach köstlich, mit anzusehen, wie da die musikalische Altersweisheit Sauers und die Tendenz zum jugendlichen Übermut bei Wollny in einer ganz eigenen, sehr persönlichen Improvisationsform mündeten.
Allen spannenden Projekten auf den Nebenbühnen gemein war der kollektive Abgesang auf die brachial-geräuschlastigen Improvisationsformen der Free-Jazz-Tradition. Das Melodische ist wieder da!
Nachtrag: Wer Ottmar Nagels Bericht auf RP-Online nachlesen möchte, der u. a. auf das erste Konzert auf der Hauptbühne am Samstag eingeht, das ich mir wie schon tags zuvor "geklemmt" hatte, kann dies hier tun. Dort gibt es noch ein paar Zeilen von mir zum Geschehen auf Bühne 2.




1 Kommentare:
Schöner Bericht & schöne Fotos!
Gruß, Rainer
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