Tom Gröne - Foto: privat
dmai Ein Gruß aus ganz alten Zeiten lag nach der Rückkehr aus dem langen Wochenende in Tien Antons E-Mail-Postfach. Über unseren MySpace-Account hat der gute alte Tom Gröne Kontakt hergestellt. Den Tom kenne ich noch aus der Zeit, als man mit Fahrrad oder Mofa von Viersen aus ins Grenzland fuhr, um in den Jugendheimen Oase/Breyell oder Arche/Lobberich zu den Klängen von Bob Marley, JJ Cale, Eric Clapton, Aphrodite's Child oder Ian Dury abzurocken.An die 30 Jahre her, das... Tom Gröne hab ich seither immer mal wieder getroffen, meistens auf dem Zeltplatz beim Moerser Jazz Festival, wo Tom im Laufe der Jahre öfter mal sein Zelt aufgeschlagen hatte, wenn er nicht gerade in Spanien, Marokko oder Indien weilte. Ist so ein richtiger Ur-Grenzland-Hippie, der Tom, pflegt schon sein ganzes Leben lang und bis heute konsequent einen alternativen und kreativen Lebensstil. In den späten Siebzigerjahren spielte Tom Gitarre bei einem seinerzeit wohl einzigartigen Projekt, einer der regionalen Kult-Bands jener Tage, der Ganja Reggae Band.
Anno '81: Ganja Band in Dülken - ©Band
Jetzt verblüfft Tom mit der Nachricht, dass eben jener Band-Legende vergangener Tage nun ein Denkmal im Web gesetzt wurde: die Ganja Reggae Band Homepage. Dort gibt es die Original-Songs von damals sowie einmaliges Bild- und Dokumentarmaterial, dass, so abgedroschen das jetzt auch klingen mag, das Lebensgefühl einer ganzen Jugend-Generation wieder aufleben lässt. Einer Zeit, in der die langhaarigen Söhne und Töchter aus gutem Hause mit viel Enthusiasmus stets auf der Suche waren, ob nach dem Sinn des Lebens, der Erweiterung des (politischen) Bewusstseins oder einer entspannteren Auffassung von Sexualität als die der damaligen Elterngeneration.Im Grunde waren die Grenzland-Hippies mit alledem ein paar Jahre zu spät dran, gemessen an der gesellschaftlichen Entwicklung in den großen Städten, da rüttelten unüberhörbar schon Harddrugs, Christiane F. und die Punk-Revolution an den Toren. Trotzdem - oder gerade deshalb war das damals eine ganz besondere Zeit, doch, war es wirklich, fragt Tom - oder Tien!
2 Kommentare:
Glaubst du tatsächlich es wirkt entwaffnend, wenn du dich selbst dem Vorwurf der Abgedroschenheit bezichtigst?
Meine Jüte! Wenn es zu deiner Laudatio an eine vergangene Jugendkultur (welche in meine Augen gar nicht so vergangen ist) auch einen Preis geben würde, liefe er Gefahr nicht angenommen zu werden.
"Stets freundliche langhaarige Söhne und Töchter aus gutem Hause,immer auf der Suche nach ... sexueller Unverklemmtheit." Nänä, meinse disch damit selvs, ming liver Tien?
Jaja so kennt man ihn: Von jeher noch freundlich zu Zeitgenossen, welche ich nicht mal mit dem Arsch angucken würde.
Wahrscheinlich weil ich eher aus weniger gutem Hause bin. Betrachte mich aber trotzdem als Bestandteil deiner Kultur, hatte ich doch tatsächlich auch Sex mit Jenen. Also mit einigen von den Töchtern.
Zugegeben, heutzutage liest der Nachwuchs lieber das aktuelle Machwerk eines Dieter Bohlen als Hermann Hesse. Doch so verklärt wie sich die Kurzbeschreibung deiner (Post)Adoleszenz liest, lässt bei mir die Vermutung aufkeimen deine Midlifecrisis sei noch unbewältigt.
Weshalb Du es in diesem Zusammenhang wieder einmal nicht unterlässt, auf meinen geliebten Maas-Wupper-Express einzudreschen und dabei fast beiläufig auf eine Jugendkultur welcher DU, mein lieber Tien, anscheinend keine Mühe opferst sie zu verstehen, ist mir allerdings schleierhaft.
Kannst du aber halten wie du willst, ist ja schließlich dein Blog.
Ich höre gerade die handvoll MP3s welche auf der GRB-Seite frei heruntergeladen werden können. Das stimmt mich friedlich. Und der Hinweis auf die Homepage entschuldigt in der Tat einiges, denn die Band verdient eine Legende. Die hatten richtig gute Nummern und wussten sie auch zu präsentieren. Ganja Way ist z.B. so eine.
Und würde mich diese Tatsache nicht so freudig stimmen hätte ich hier wahrscheinlich auch gar nicht kommentiert. Kann ich deinen Darstellungen wie so oft, viel persönliches aber weniger authentisches abverlangen.
Wie soll ich also kommentieren ohne persönlich anzugreifen?
Mit dennoch freundlich langhaarigen Grüßen.
Belfeldt aka Dää Klantentött
Ach, warum kann ich mir denn jetzt keinen Reim auf "belfeldt" machen -
dem intimen Tonfall nach käme evtl. C.H. in Frage oder auch R.B. - der sogar als zweifach mögliche Variante (Aufklärung dazu wäre schön)...
Na, egal, so oder so nicht ganz leicht, auf diesen Kommentar zu antworten.
Mal davon abgesehen, dass ich an einigen Stellen den von dir geknüpften Kausalketten nicht recht folgen kann (vom Bohlen bevorzugenden Nachwuchs über meine von mir verklärte Adoleszenz hin zu meiner (wahrscheinlich nicht mal vollkommen zu Unrecht unterstellten Midllifecrisis z.B.), hier ein, zwei Repliken auf/Nachfragen zu Deine/n Anmerkungen.
Zugegeben, mein Kokettieren mit dem vermeintlich "Abgedroschenen" ist gewiss kein stilistisches Highlight. Bisweilen reicht die Tagesform halt nicht für auch nur ansatzweise preiswürdige Formulierungen.
Zum Thema Authenzität so viel: natürlich kann ich nur "persönlich" - ob das der ein oder andere dann als "authentisch" empfindet oder nicht, nuja, das hängt wahrscheinlich wieder stark an dessen persönlicher Wahrnehmung/Erinnerung.
Die, die Du mit dem Arsch nicht angucktest und deren Schwestern Du beschliefst werden von mir zu milde charakterisiert? Dafür die Venlo-Bahnfahrer (die, auch das sei eingestanden, auf diesen Seiten in der Tat schon viel zu viel Aufmerksamkeit erfuhren) von mir nicht verstanden in ihrer spezifischen, womöglich sogar extrem authentischen Spielart aktueller Jugendkultur?
Der Du die Mühe des Verstehenwollens opferst? Na dann viel Spaß und Erfolg dabei!
Angegriffen werden find' ich persönlich übrigens halb so schlimm, wenn es in so gewählter Form passiert, von daher: immer wieder gerne & bis zum nächsten Mal!
D.
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