24.11.08

Foto-Frust am Wochenende

Dülken verändert sein Gesicht – Tien-Anton-Leser bekommen es leider (vorerst) nicht zu sehen.

Es war der fototechnische Supergau des Wochenendes. Als wir gestern die reiche Bilder-Ausbeute vom Wochenende auf die Festplatte des Redaktions-Rechners schaufeln wollten, stellten wir fest, es ging nicht, es fehlte schlicht das richtige Kabel. Selbiges natürlich eine Spezialanfertigung der Firma Nikon, das sich auch nicht durch die mittlerweile zahlreich in der Redaktion umherfliegenden Standard-Mini-USB-Kabel ersetzen lässt, steckt wohl noch im Rechenknecht am Brotarbeitsplatz in Düsseldorf. Zugriff erst wieder am Mittwoch.

Piets Weihnachtsbaum

Nach diversen, stundenlangen, vergeblichen Versuchen, die Bilddaten anderweitig von der Speicherkarte zu befreien, war uns schließlich (nachvollziehbarer Weise?) auch die Lust am Schreiben des die Bilder ergänzenden Textes vergangen. Wovon denn der Bericht gehandelt hätte? Nun, eigentlich ging es ja um eine Reportage zur diesjährigen Weihnachtsbaum- und Glühweinbuden-Spendenaktion von Piets Börse. An den Anblick des großen Weihnachtsbaumes in Dülkens "Bermuda-Dreieck" zwischen Börse, Vis-a-Vis und Passe Partout sind die Dülkener Bürger seit Jahren gewohnt.

Dabei haben die Wenigsten eine Vorstellung davon, was für ein logistischer Aufwand, wie viele helfende Hände, Arbeitsschweiß und Adrenalin nötig sind, um jedes Jahr aufs Neue den Platz an der Cornelius-Kirche in vorweihnachtlichen Glanz zu versetzen. In teils spektakulären Bildern dokumentieren wir die Befreiung der prachtvollen Edeltanne aus dem zu eng gewordenen Dülkener Privatgarten der diesjährigen Baum-Spender-Familie Schroeren - wie gesagt aber leider erst am Mittwoch.

Eine Baulücke mehr und ein Baum weniger

Beiläufig entstanden aber auch noch weitere Dokumente zu teils drastischen Veränderungen von Optik und Perspektiven in Dülkens Innenstadt. So ist, im Zuge der "Investorenfreundlichen Innenstadtbereinigung", das Gebäude auf der Lange Straße, das einst die Kneipe "Alibi" beherbergte, mittlerweile dem Erdboden gleich gemacht worden. Dadurch ergibt sich, vom "Blauen Stein" in Richtung Westgraben schauend ein ganz neuer "Durchblick", eine ungewohnte Perspektive.

Dass die Lücke, die der Abriss des zunächst als denkmalwürdig, später als völlig marode und darum unbedingt abzureißend beurteilte Gebäude, hinterließ, eine exakte Fluchtlinie zwischen der Straße "Am Blauen Stein" und dem Parkplatz am Westgraben bildet, lässt wohl nicht nur den sprichwörtlichen Schelm böses denken. Das riecht schon ein wenig nach gewollt und der Gedanke drängt sich auf, ob denn wohl auch schon ein Sänften-Shuttle-Service von den auf dem Parkplatz Melcherstiege geparkten Investoren-Limousinen zum Tien-Anton-Denkmal geplant ist.

Der eine Baum kam, der andere ist plötzlich weg. Am Samstag wurden wir Augenzeugen, wie hinter einem eilends aufgestellten Sicherheitszaun der großen Platane (?) Ecke Lange Straße/Moselstraße der Gar ausgemacht wurde. Offenbar hatte hier der Sturm vom Wochenende die Standfestigkeit des prächtigen Baumes derart in Mitleidenschaft gezogen, dass gefällt werden musste. Vielleicht hat man ja den Stamm auch stehenlassen? Als wir vorbeikamen war die Krone jedenfalls schon größtenteils gekappt. Die hauptamtlichen "Baumschubser" wollten leider bis auf ein lautstark gebrülltes "Weg da!" keine Auskunft geben.

Die Bilder werden auch hier nachgereicht.