25.11.08

Von Zahlen und Anträgen

Vertreterinnen der Astrid Lindgren Grundschule (ALG) trugen ihren Bürgerantrag zur angestrebten Dreizügigkeit der Schule vor dem Viersener Schulausschuss vor. Eine solche Dreizügigkeit würde faktisch das Aus für das Hubert-Vootz-Haus (HVH) und dessen Jugendarbeit bedeuten.

In der gestrigen Schulausschuss-Sitzung ging es noch nicht um eine endgültige Entscheidung zur Zukunft von ALG und HVH, vielmehr bekamen hier die Vertreterinnen der Grundschule Gelegenheit, ihren Bürgerantrag zum Thema vor den anwesenden Ratsvertretern darzulegen. Eine Gelegenheit, den die Sprecherin der Schule nur bedingt nutzen konnte. Wurde sie doch nach Beendigung ihres Vortrages vom Ausschussvorsitzenden darauf hingewiesen, dass die vorgetragenen Inhalte dem ursprünglich eingereichten Antrag ja gar nicht entsprächen und die Schule sich schon entscheiden müsse, was genau man denn nun beantragen wolle.

Der Vertreter der Schulaufsicht im Ausschuss monierte darüber hinaus, die im Antrag angeführten Zahlen zu Bedarfsplanung und Neuanmeldungen, diese entsprächen nicht denen der aktuellen Erhebungen der Schulaufsicht, da könne etwas nicht stimmen. Manuel Garcia Limia von der SPD-Fraktion gab zu bedenken, bei einer späteren Entscheidung des Antrags die möglichen Konsequenzen für das HVH zu berücksichtigen, dessen wichtige Jugendarbeit vor Ort man an anderer Stelle immer wieder lobend hervorhebe.

Alles in allem kein schlechter Tag für Otto Strutz, Leiter des HVH, der in Begleitung eines runden Dutzends Jugendlicher und Helfer des HVH die Ausschusssitzung als Besucher verfolgte. "Die von der ALG vorgeschlagenen räumlichen Ausweichmöglichkeiten sind indiskutabel, weil baulich völlig marode. Da müsste man geschätzte 200.000 Euro investieren, wo soll das Geld denn herkommen?" erklärte Strutz im Anschluss an die Sitzung. Wohl wissend, dass angesichts der Verwendung offensichtlich falscher Zahlen und des vom ursprünglichen Antrag weit entfernten Vortrags der Schulvertreterinnen deren Auftritt vor dem Ausschuss wohl nur als missglückt gewertet werden kann.

Denkbar schlechte Voraussetzungen also für eine mögliche Bewilligung des Antrags auf der nächsten Schulausschusssitzung im Januar. Und ein gar nicht mal so schmaler Silberstreif am Horizont für die mögliche Weiterführung der erfolgreichen Jugendarbeit im Hubert-Vootz-Haus.