7.12.08

Besinnlicher Advent? Ach Quatsch, das ist die Winterdepression!

Eine verkappte Jubelschrift zum Einjährigen

Wie man unschwer erkennen kann, geht es hier nicht so recht weiter im Moment, der Tien-Anton-Motor ist leicht ins Stottern geraten. Mein Versuch der selbstauferlegten mehrtägigen Auszeit hat auch nicht die erwünschte Wirkung (kraftvolles Durchstarten nach kurzer Ruhephase) gezeigt. Deshalb an dieser Stelle noch einmal (und für längere Zeit das letzte mal, versprochen...!) eine kurze Nabelschau, Selbst-Diagnose und Bestandsaufnahme, die die momentan eingetretene temporäre kreative Lähmung ein Stück weit erklären mag. Gleichzeitig ein Ausblick in eine, trotz allem, hoffnungsvolle Zukunft des 'regionalen Nischenprodukts' Tien Anton.

Als ich vor ungefähr einem Jahr die Idee zu dieser Website hatte, bot, neben einer gewissen kreativen Unterforderung, ein negatives Erlebnis den entscheidende Anlass. Anlässlich der damals im Dülkener Bürgerhaus erstmals veranstalteten Emporium-Ü-30-Party ereiferte ich mich über das nach meinem Empfinden unterirdisch schlechte Konzept einer Mischung aus deutschem Schlager und 80er- und 90er-Mainstream-Dreck, bei dem man schon seinerzeit schleunigst das Radio abdrehte, um schlimmes Ohrenbluten zu vermeiden.

Interessanter Weise bekam ich letzte Woche eine E-Mail-Einladung der Veranstalter zur einjährigen Jubiläums-Ü30-Party an gleicher Stelle. "Och" dachte ich, "das ist ja nett, da kannste den Emporiumsleuten ja mal im netten Smalltalk die Geschichte von der Tien-Anton-Geburtsstunde erzählen." Gesagt, getan, die grippekranke Partnerin in eine warme Decke aufs Sofa gepackt, geduscht, gestriegelt, das gute Hemd aufgebügelt und die 3 Minuten Fußweg zum Bürgerhaus angetreten.

Meine eigentlich gute Laune war allerdings mit dem Betreten der Location schlagartig dahin. Wie schon ein Jahr zuvor hatte das akustische Erlebnis verheerende Auswirkung auf meine Gemütslage. Mit den ersten Schlagertakten lagen die Nerven blank, die Flucht in den großen Saal, wo die "Tolle Band" die erwähnten Radio-Belanglosigkeiten zwar technisch gut, aber für meine Stimmungslage um so tödlicher performte, brachte trotz eilig zugeführter Bier-Sedierung keine Besserung. Von den fünf in einem Anfall unbegründeter Euphorie erworbenen Biermarken knittern seitdem drei in meinem Portemonnaie herum. Flucht nach einer halben Stunde. Selbst zu einem kurzen persönlichen Gespräch mit meinen Gastgebern, normalerweise ein Gebot der Höflichkeit, fühlte ich mich nervlich außerstande.

Warum ich das erzähle? Irgendwie war diese kleine Episode eine Art Schlüsselerlebnis für mich. Noch mehr als ohnehin schon ist mir an diesem Abend bewusst geworden, dass mein auf dieser Website agierendes Alter Ego Tien Anton niemals 'everybody's Darling' sein kann und ergo auch nicht sein wird. Die Konsequenz daraus ist, dass es hier auch in Zukunft nicht um eine umfassende Berichterstattung zu lokalen Ereignissen gehen wird, sondern immer nur um ganz und gar subjektiv gefärbte Schlaglichter und Momentaufnahmen dessen, was hier in unserem kleinen grenznahen niederrheinischen Mikrokosmos passiert.

Und das umso mehr, als ich mich von meiner anfänglich gehegten Hoffnung, mit Tien Anton Menschen zum aktiven Mitgestalten ihrer lokalen Nachrichtenlage animieren zu können, mittlerweile verabschiedet habe. Also ist und bleibt das hier im großen und ganzen eine One-Man-Show (abgesehen von dem freundlichen Häuflein Aufrechter, das immer mal wieder für Stimmung im Forum sorgt), mal harmlos, mal schräg, mal böse - ambitioniert aber überhaupt nicht repräsentativ, dafür immer parteiisch und, wie gesagt, absolut subjektiv.

An dieser Stelle noch abschließend der Hinweis: Tien Anton ist der ultimative Advents- und Weihnachtsmuffel! Besinnliches zur Weihnachtszeit wird sich deshalb auf die rechts oben im Dülken-Bildchen drapierten Schneeflocken beschränken. Keine Kerzen, kein Weihnachtsmann und keine Engelein! Weihnachtsfreie Zone! Leidtragender in diesem Zusammenhang ist zu unserem Bedauern Piet von Piet's Börse. Ein dickes "Sorry!" von hier aus, aber die Foto-Doku zur spektakulären Baumfällaktion wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht. Ich kann mich, nach dem zuerst technische Pannen im Weg waren, gerade nicht zu einer wie auch immer gearteten Weihnachts-Geschichte aufraffen.

Alles weitere, was sich an Berichtenswertem in den vergangen Tagen der Untätigkeit angesammelt hat, wird eventuell bei Gelegenheit und sukzessive hier verhackstückt werden - oder auch nicht, schließlich lauert die nächste Nachricht garantiert schon um die Ecke. Und immer daran denken: ab dem 21. Dezember werden die Tage wieder länger! ;-)

1 Kommentare:

Ralf hat gesagt…

Hi...ja so ist es nun mal auf dem Land, Ü 30 heisst : Schlager, Scheisse , Dünnschiss , von Geschmack keine Spur. Aber hey, müssen wir uns beim Partymachen über Geschmack streiten ? Immer rein mit dem Bier und ab auf die Tanzfläche und afrocke.Unter uns , (völliger Blödsinn , jetzt wo ich es schreibe wissen es eh alle ) , ich konnte mit dieser Ü 30 scheisse eh nie was anfangen , im Baca ist es allerdings ein bisschen besser, obwohl ich DJ Andre oft gerne in die Eier getreten hätte. Aber mal davon ab die Ü 30 Geschichte hat mir auch etwas gebracht !!Jahre Später bin ich erst da drauf gekommen !!Viele Menschen in Deutschland Jammern , eigentlich Jammern alle, (ich auch manchmal), vor allen Dingen dann wenn es um früher ging , Früher war alles besser , billiger ,die Luft reiner ,die Menschen fröhlicher ,eigentlich egal was, alles war besser. Um sich diesen alten Kick zurück zu holen geht man gerne an Orte wo die alte Suppe gerne wieder augekocht wird, hmmm lecker . Die beste Suppe die es jeh gab,man trifft alte Leute wieder, löffelt zusammen die Gammelsuppe auf und entsinnt sich alter Tage , ach was war das ne schöne Zeit, Heileheilewelt halt. Es wird getrunken (komischerweise motzt keiner über das Bier und über die Tatsache das die Privaten Brauereien verschwunden sind und Bier zur Massenwahre geworden ist , wenn schon Alkohol dann für ALLE)in den Armen gelegen und selbst das grösste Arschloch wird an diesem Abend zum besten Freund .Und wenn man Glück hat kann man auch die kleine Annika die sich mittlerweile zu einem richtig guten Hackbraten entwickelt hat an der Wand nageln . Das gleiche gilt auch für die gefrustete Ehefrau die sich mit 18 Jahren die Liebe Ihres Lebens an den Hals geschmissen hat und immer wieder auf einer Ü 30 feststellt ,dass es der letzte Hansel dieser Welt ist vor allen Dingen dann wenn man in der Horizontalen die Einkaufliste für Praktika noch einmal durchgeht. Na ja,der Peter hat aber auch seine guten Seiten , er hält den Ziergarten wenigstens frisch.Und während Peter den Garten pflügt , macht Mama das gleiche mit Michael dem Billichchippendale vonner Ü 30 , Seitensprung einfach gemacht HURRA.
Ich schweife ab zu weit aus, was will ich eigentlich sagen und behaupten !! Ganz einfach , wir verblöden zumindest ein Teil davon. Es ist so, es ist Wissenschaftlich erwiesen das Demenz teilweise dadurch ausgelöste wird wenn man fast nur in der Vergangenheit rumgammelt , es werden keine neuen sozialen Kontakte mehr gepflegt , obwohl an dieser Stelle könnte man jetzt aufschreien und sagen; wieso ich gehe doch auf eine Ü 30 um Leute zu treffen !!!? , jaja , stimmt , es sind aber nur die alten Leute die man trifft , und alle haben den gleichen Gedanken und welchen Gedanken hat man ? richtig ; alte Leute treffen, heisst also ; man wird doppelt doof , schrecklicher Gedanke , aber egal schnell ein Bier hinterher. So zieht sich das durch die Lande , man denkt nur an die alte Zeit , WIE ES WAR !!ABER NIE WIE ES IST oder SEIN Könnte , neue Synapsenkopplung, neue Gedanken hegen, neue soziale Kontakte hegen , diese Pflegen in die Zukunft schauen , dran arbeiten das Gehirn fit halten , NÖ ist viel zu anstrengend , zumindest für einen Teil in Deutschland , also ab auf die Ü 30, schwuallb noch ein Bier hinterher und noch eine Runde für alle, egaaal was kostet die Welt ? Es wird ABER IMMER FATALER , alle motzen , kein Geld , (naja wenns nur versoffen wird )ganz hart trifft es die Kommunen, kleine Städte uswusw, die müssen einsparen , und wo spart man ein ..??? richtig , bei der Kultur,malen kann jeder, vor allen dingen die kleine Annika unser Hackbraten aus der Nachbarschaft , die malt nach Zahlen , also egal und in wirklichkeit ist Rembrand eine Magerinensorte.Es wird auch gepart im sozialen , alles was mit sozialen Einrichtungen zu tun hat wird platt gemacht !!! Jugendheime weg gemacht ,Demenzheime draufgemacht, tätäätätäätää ,Kamelle ,Ufftatataufftataa

Aber wenn die Jugend nicht weiss wo man hin soll , Mensch ab in den Park , Natur , Flora ,frische Luft ne Flasche Bier .Da Jugendliche aber nun mal Jugendlich sind haben die natürlich nichts drüber zu erzählen wie es damals war,die leben im Hier und Jetzt und denken an die Zukunft, was werden die wohl denken ?

Einmal sein 30 sein ??

Ergo: letzendlich verblödet Deutschland völlig !!!!

Egal, ab zur Ü 30, alte Leute treffen und einen heben !!