21.1.09

Blitzeis, Barack, Brötchengesicht

Man traut sich ja gar nicht mehr, in lokaler Berichterstattung zu machen, angesichts der geschichtsträchtigen Vorgänge in „God's own Country“. Was für einen Nachrichtenwert hat schon niederrheinisches Blitzeis gemessen an Brother Baracks „Inauguration Party“? Für mich persönlich zumindest einen konkret spürbaren, brachte mich doch meine meteorologische Ignoranz in direkten und innigen Kontakt zum Asphalt der Dülkener Albertstraße, nachdem in Folge der üblichen Start-Beschleunigung auf dem morgendlichen Weg zum Bahnhof das Hinterrad meines Drahtesels kurzzeitig die notwendige Bodenhaftung vermissen ließ.

Die Amis haben Obama, Viersen hat Thönne - aber wen verdient Deutschland?

Berichtenswertes bleibt aber auch dann Mangelware, wenn wir, beflügelt von der Weltbedeutungshaftigkeit des Obamaschen Amtsantritts, unseren Blick ausnahmsweise mal auf bundespolitische Perspektiven richten. Wie soll sich hierzulande zum ausgerufenen „Superwahljahrs“ auch nur ansatzweise Euphorie einstellen angesichts der gebotenen Wahl-“Möglichkeiten“. Die von einem „Titanic“-Redakteur als Analogie zum Phänomen Obama visionär ins Spiel gebrachte Wahl eines „Kümmeltürken“ zum Kanzler aller Deutschen bleibt auf absehbare Zeit undenkbar. Um so trostloser die tatsächlich zur Verfügung stehenden Alternativen: gegen das Kohlsche Nachtschattengewächs, Zonen-Zombie Angela, tritt an das jegliche Charaktereigenschaften konsequent verleugnende Milchbrötchengesicht Frank-Walter.

Da können sie auch gleich die Krabbelgruppe der politisch Untoten, vulgo: Große Koalition, noch ein paar Jährchen weiter wurschteln lassen, frei nach Altkanzler Helmut "Schlot" Schmidts legendärem Bonmot: "Wer Visionen hat, der sollte zum Arzt gehen.". Oder vielleicht doch einmal den Blick auf unser kleines niederrheinisches Polit-Biotop werfen? Schließlich hat seinerzeit dem Thönne auch niemand, er selbst und die eigenen Parteifreunde eingeschlossen, zugetraut, die scheinbar allmächtige Viersener CDU aus dem lokalpolitischen Rennen zu werfen. Aber wer könnte den "Bundes-Thönne" geben? Besitzt die Bundes-SPD so einen leicht zerknitterten Kumpel-Typ mit Lokalkolorit, der bei der Jugend ganz gut ankommt?

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