25.8.09

5 Fragen an 5 Kandidaten: H.-W. Pertenbreiter (FürVIE)


Der zweite, der unserer Bitte zur Beantwortung des kleinen Tien-Anton-Fragebogens Folge leistete und damit auch zweiter im Reigen der hier vorgestellten Bürgermeister-Kandidaten ist der FürVIE-Vorsitzende Hans-Willi Pertenbreiter. Im Gegensatz zum FDP-Mann Werner Dingel zieht Pertenbreiter bei der Beantwortung unserer fünf Fragen die ausführliche Variante vor und gibt detailliert Auskunft über politisches und persönliches:


Warum würden Sie auf keinen Fall aus Viersen wegziehen wollen?

Viersen hat eigentlich alles, was ich zu meinem Leben brauche. Ich bin hier aufgewachsen und habe mich mit meiner Familie hier fest angesiedelt. Durch meinen Beruf bin ich stark mit allen Bereichen der Stadt Viersen verwurzelt. Die Einkaufsbereiche bieten für mich alles, was ich zum Leben benötige. Und dann die Lage von Viersen, viel Grün in der Stadt und ringsum von Grünzügen eingerahmt. Die Süchtelner Höhen, der Hohe Busch, die Nierslandschaft bieten für mich ideale Entspannungsmöglichkeiten bei langen Spaziergängen mit meinen Hunden. Es ist eigentlich unverständlich, warum nicht viel mehr Menschen genau hier in Viersen ihren Urlaub verbringen.

Was muss, Ihrer Meinung nach, in Viersen verbessert werden?

Neben dem weiterhin maroden Haushalt, der dringend saniert werden muss, ist für mich die Verkehrsbelastung der Bürgerinnen und Bürger eins der dringenden Probleme. Leider ist unsere Stadt nicht nur durch eine lärmende Autobahn geteilt, sondern auch wichtige Eisenbahnverbindungen laufen quer durch die Stadt. Die Belastung auf den Ausfallstraßen ist vollkommen unverträglich mit einem angenehmen Lebensumfeld. Ich weiß, dass gerade beim Thema Straßen viele viele Vorschriften zu beachten sind, aber es ist für mich unverständlich, dass wir weder in Verwaltung noch bei anderen Kommunalpolitikern Mitstreiter für unsere Anträge zur Verkehrsberuhigung gefunden haben. Ob es Tempo-30-Zonen auf Hauptverkehrsstraßen sind, zeitweises Verbot von LKW’s, Fahrbahnschwellen, geänderte Ampelschaltungen, alles Maßnahmen, mit denen man die Verkehrsbelastung zumindest ein wenig reduzieren könnte. Neue Umgehungsstraßen sind Unsinn, bis die mal, wenn überhaupt, genehmigt würden, sind zwei Generationen hinter mir gestorben. Auch im öffentlichen Personennahverkehr sehe ich Möglichkeiten, den Verkehr zu reduzieren. Da muss man vielleicht mal über die vorhandenen „Schranken“ hinaus denken. Bevor mit dem Argument „das rechnet sich nicht“ Ideen abgewürgt werden, sollte man sie erst mal richtig überdenken und konzeptionieren. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass man die sicherlich in den Hauptverkehrzeiten erforderlichen großen Linienbusse durch kleine Busse ergänzt, die dann aber nicht nur die üblichen Hauptstrecken fahren, sondern auch tiefer in die Stadtteile und Sektionen fahren. Wenn das dann auch noch in kürzeren Intervallen passieren kann, könnte ich mir vorstellen, dass der ein oder andere auf die Benutzung seines Autos verzichtet und die öffentlichen Verkehrsmittel benutzt.

Wie würden Sie einen Satz formulieren, der die Begriffe "Jugend" und "Zukunft" in Zusammenhang bringt?

Das ist einfach: Die Jugend ist unsere Zukunft.

Das Problem dabei ist aber unsere Demographieuntersuchung, die nicht ein Viersener Problem aufzeigt, sondern ein gesellschaftliches. Kinder und Jugendliche werden danach in den nächsten Jahrzehnten zahlenmäßig drastisch abnehmen. Die Schlussfolgerung auf den obigen Satz wäre jetzt die Frage: Wenn keine Jungend mehr da ist, haben wir auch keine Zukunft? Nein, das wäre vollkommen falsch! Wir müssen uns nur auf die geänderte Situation frühzeitig einstellen. Und da liegt eine gewaltige Arbeit bei der Kommunalpolitik und der Verwaltung vor uns. Die werden wir nicht bewältigen, indem jeder versucht, seine unterschiedlichen politisch ideologischen Ideen durchzusetzen. Gerade bei diesem Thema ist mehr Zusammenarbeit gefragt, als sie es je in dieser Stadt gegeben hat.

Spielt Musik eine Rolle in Ihrem Leben - wenn ja, welcher Musikstil entspricht am ehesten Ihrer Persönlichkeit?

Musik hat in meinem Leben immer eine Rolle gespielt. Leider habe ich nie ein Instrument gespielt, aber ich habe mich immer mit Musik beschäftigt. Ich habe unzählige Konzerte besucht. Mit Freunden habe ich in meiner „Jugend“ eigene Tonbänder zusammen gestellt. Leider gab es damals noch nicht die heutige Technik, da musste noch getrickst und geschnibbelt und umständlich vom Radio aufgenommen werden. Ich gehöre noch zu den stolzen Besitzern einer Revox-TonbandmaschineJ)) Das Erste, was bei mir morgens angeht, ist das Radio und das läuft fast den ganzen Tag.

Bluesrock und Hardrock ist heute meine bevorzugte Musikrichtung. Da gehe ich auch, wenn es meine Zeit erlaubt, noch heute in Konzerte. Die Besten sterben oft zu früh, aber einer meiner Lieblingsmusiker ist und bleibt Stevie Ray Vaughan. Das Stück „Tin Pan Alley ist ein Paradebeispiel seiner Gitarrenkunst, die zum Träumen und Entspannen einlädt. Wenn ich mich bei etwas härterem Sound entspannen will, dann gibt es seit vielen Jahren für mich einen absoluten Supersong von „L. A. Blues Authority“, die CD habe ich aus USA importiert und der Song heißt „How Blue Can You Get“. Das kann ich aber nur hören, wenn ich alleine bin und die Nachbarn verreist sind. Denn da muss man die Boxen richtig aufdrehen. Blues und Hardrock Musik muss eine bestimmte Lautstärke haben, damit sie voll zur Geltung kommt. Einige Mischpultartisten auf Konzerten übertreiben es leider immer wieder und die Qualität der Musik leidet dann meiner Meinung nach stark unter einer überzogenen Lautstärke. Zu Hause kann ich das halt besser regulieren, aber wie gesagt, die Nachbarn müssen vorgewarnt sein.

Welchen Traum würden Sie sich irgendwann gerne noch erfüllen?

Ein neues Wohnmobil und mit meiner Frau und meinen Hunden ein paar Monate kreuz und quer durch Nordeuropa kreuzen.