Nur noch gut eine Woche bis zu den Kommunalwahlen. Da wird es auch hier beim Dülkener Webmagazin langsam Zeit für ein paar Erläuterungen zum Thema, schließlich besteht das Leben auch für die feierfreudige Tien-Anton-Leserschaft nicht ausschließlich aus Parties, Konzerten und Rockfestivals. Im Alltag werden wir alle täglich mit Dingen konfrontiert, die in den Verantwortungsbereich der lokalen Politik fallen, deren Lauf wir also durch unsere Stimmabgabe bei den anstehenden Kommunalwahlen möglicherweise beeinflussen können.Die angekündigte Kandidatenbefragung zur Bürgermeisterwahl ist soeben per E-Mail rausgegangen, und wir sind gespannt auf die Reaktionen. Angeschrieben haben wir übrigens nur die fünf Bürgermeisterkandidaten von SPD, CDU, FDP, FürVie und den Grünen. Die Linke, die Bürgervereinigung BSB/FW und die NPD haben keine eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. Letztgenannte werden wir im übrigen ab jetzt hier nicht mehr erwähnen, in der Hoffnung, dass der rechte Spuk an Viersen vorbeigehen wird.
Insgesamt werden dem Viersener Wähler am Wahltag vier Stimmzettel in die Hand gedrückt:
- einer für die Bürgermeisterwahl
- der zweite für die Wahl des Rats der Stadt Viersen
- der dritte für die Wahl der Kreistagsabgeordneten
- der vierte ist für die Wahl von Landrat oder Landrätin
5 Kommentare:
Diese Befragungen sind ja gut und schön. Die üblichen Antworten auf übliche Fragen windelweich wie seit zwanzig Jahren überall fast gleichlautend nachzulesen, immer ähnlicher, immer konturloser. Falls Du ein paar interessante Fragen an die "Kandidaten" gestellt hast, würde mich das freuen. Ich selber habe, wie fast alle in meiner Familie, meine Kreuzchen schon längst gemalt und eingetütet abgegeben.
Was mich aber noch viel mehr freuen würde, wäre eine bessere Aufklärung, warum diese Wahlen überhaupt stattfinden. Wenn ich mir vor allem junge und Erstwähler ansehe und -höre, wissen die doch meist gar nicht, worum es geht. Die Wahl zum Bürgermeister ist ja noch nachvollziehbar, aber nicht jeder Wahlberechtigte hat die in der Schule vermittelten Inhalte noch vor Augen, was denn nun in unserer ach so demokratischen Region die einzelnen Wahlen so bedeuten, was sie für Konsequenzen, welche Zielsetzung sie haben, warum sie notwendig sind.
Nicht jeder Wahlberechtigte ist in der Lage, sei es nun intellektuell oder rein vom Wissensstand oder Interesse her, die Sachverhalte bei diesen Wahlen nachzuvollziehen. Da liegen nun vier knackig-bunte Zettelchen vor ihm/ihr, und nun soll es losgehen. Eventuell noch in der Wahlkabine, innerhalb von zehn Sekunden muss alles angekreuzt sein, die Kinder warten ja fünf Meter weiter weg und knatschen schon rum. Was ich vermisse, ist die Information der Wahlberechtigten in diesem Punkt. Nicht, was Herr X denn nun als Landrat machen will, wenn er am kleinen Hebel sitzt. Das kann man ja in jedem Anzeigenblatt a la report, Stadtspiegel und Co. nachlesen. Die RP und die WZ berichten ähnliches im Detail.
Aber was denn nun der zu wählende Abgeordnete für den Kreis Viersen oder das zu wählende Ratsmitglied überhaupt für eine "Macht" hat, wie wichtig oder unwichtig das für eine Stadt ist, kurz: die Funktion der einzelnen Gremien mal kurz schriftlich nachvollziehbar fürs ganze Wahlvolk erläutert, DAS fehlt mir, auch in Viersen. Vielleicht habe ich eine solche Rubrik in der RP nicht mitbekommen, ich habe auch kein Abonnement dieser Tageszeitung und dieser Erguss hier erübrigt sich damit. Aber leider sehe zumindest ich ein Informationsdefizit in der Wahlbevölkerung zu diesen Grundbegriffen und Sachverhalten, das es auszugleichen gilt. Wie gesagt, nicht jeder ist so politisch interessiert, dass er dies überschauen kann. Aber Kreuzchen machen sollen alle.
Soweit erstmal von mir an dieser Stelle. Es mag ja sein, dass dieses Forum nicht der Ort ist, an der diese Kritik die richtigen Augen und Ohren trifft. Aber es mag eine Möglichkeit sein.
Gruß,
Der Bö
Tja Udo, ich fürchte fast, dass auch meine Fragen deinen hohen Ansprüchen eher nicht gerecht werden (werden). So richtig tief ins politische Eingemachte geht's da nämlich eher auch nicht, dafür menschelt es ein wenig. Schließlich gehts bei der Wahl zum Bürgermeister um eine Personenwahl, und das macht die Sache für das kuschelige Wohlfühl-Webmagazin Tien Anton eigentlich noch interessanter, als die Frage nach den immer austauschbarer werdenden politischen Programmen der Parteien.
Wie sagte meine Liebste letztens so treffend: "Wenn ich mir die verschiedenen Wahlprogramme so ansehe, finde ich bei jeder Partei Punkte, die ich unterschreiben kann neben völlig indiskutablem Schwachsinn...". Das macht eine Entscheidung natürlich nicht gerade einfacher. Da sind für mich die menschlichen Qualitäten eines konkreten Kandidaten/einer Kandidatin fast wichtiger, weil greifbarer.
Zum Erklären der Zuständigkeiten und Befugnisse der verschiedenen Gremien und Entscheidungsebenen habe ich weder Zeit noch Lust und, ja, ich gebe es zu, teilweise ist es auch mir nicht klar, was beispielsweise im Kreis, nicht aber auf Stdt-Ebene entschieden werden darf/muss. Und wenn Du mir erklären magst, was ein Landrat eigentlich so macht, außer sich selbst von unseren Steuergeldern ein schönes Leben, werde ich gerne aufmerksam zuhören.
Ansonsten finde ich es wirklich gut und produktiv, dass du die Diskussion in genau diese Richtung bringst. Ursprünglich wollte ich nämlich ein wenig Aufklärung genau in dem von Dir vermissten Sinne betreiben, musste aber schnell erkennen, dass ich dieses, mangels eigener Kenntnisse, nicht ohne erheblichen Rechersche-Aufwand realisieren könnte, zu dem mir wiederum die Zeit fehlt.
Grüße und Danke für dein Engagement,
Dieter
Mein Posting zielte keineswegs, falls dies den Eindruck erweckt haben sollte, darauf ab anzuprangern, dass ich auf Tien Antons Internetpräsenz eine Kurzinformation zu Aufgaben der aktuell zu besetzenden Ämter der lokalpolitischen Gremien vermisse. Ich vermisse eine Auffrischung dieser Art dieser Art seitens der örtlichen Presse, wenn nicht sogar in durch die Parteien oder der Landesregierung öffentlich verbreiteten Kurzinfos. Ich glaube nicht, dass ich der einzige bin, der eine gewissen Unkenntnis eines Teils der Bevölkerung zu solchen Sachverhalten bemerkt. Wäre ich ein Miesmacher, könnte ich natürlich jetzt gewollte Desinformation vermuten. Was ich natürlich nicht glauben will. Nein, dies ist nicht Sache eines privat initiierten Forums wie diesem hier, sondern in erster Linie Sache der politischen Regional- und Landesführung, dies zu bemerken und ggf. zu beheben, zu wessen Wohl auch immer.
Gruß, Der Bö
Ich kann zwar mit dieser Partei nichts anfangen, aber hier
http://www.bund-sozialer-buerger.de/43.html
ist zumindest ein bisschen Information der Art, wie ich sie vermisse. Rudimentär, runtergedampft, häppchenweise dem Volk verabreicht in Form von Flyern, in Lokalpresse oder sonstwie. Das würde doch schon reichen, oder?
@tien "Wie sagte meine Liebste letztens so treffend: "Wenn ich mir die verschiedenen Wahlprogramme so ansehe, finde ich bei jeder Partei Punkte, die ich unterschreiben kann neben völlig indiskutablem Schwachsinn...". Das macht eine Entscheidung natürlich nicht gerade einfacher. Da sind für mich die menschlichen Qualitäten eines konkreten Kandidaten/einer Kandidatin fast wichtiger, weil greifbarer."
bei der zunehmenden komplexität der gesellschafftlichen themen wird es immer schwieriger für die grossen parteien werden klare profile herauszuarbeiten, hier wird nur mehr direkte demokratie helfen können, oder die wahlbeteiligung wird weiter nach unten gehen, ich kann nur empfehlen, vor allem bei der BTW die kanditaten zu überprüfen, ob sie sich für mehr demokratie im sinne von "liquid democracy" einsetzen. Deliberative Demokratie
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