
Nein, die Nette entspringt nicht im Klo des Dülkener Pfarrers, und auch die Geschichte vom Dülkener Stadtochsen, der zum Grasen auf das Kirchendach gehievt werden sollte und dabei den Geist aufgab ist nicht historisch verbrieft. Was der Buchautor und Historiker René Franken sonst noch alles zu berichten wusste war, wenn auch teilweise nicht ganz so lustig, dafür aber interessant und spannend.

Dass Dülken im 19. Jahrhundert durch die aufkommende Textilindustrie aufblühte, ahnten wir, dass die noch gar nicht besonders alte Pflasterung der Fußgängerzon auf der oberen Lange Straße ebenso wie am Westwall/Ecke Sparkasse den historisch belegten Verlauf der Mauern und Tore der einstigen Stadtbefestigung nachbildet verblüffte uns ebenso wie die meisten anderen Teilnehmer der abendlichen Stadtführung am Sonntag.

An die siebzig Interessierte aller Altersstufen waren der Einladung des Arbeitskreises „Dülken Kulturbunt“ gefolgt und verfolgten anstatt des Tatort-Krimis im Fernsehen die spannenden Ausführungen René Frankens zur Dülkener Stadtgeschichte. Mit derart großem Zuspruch hatten wohl selbst die Veranstalter nicht gerechnet, der beachtliche Pulk von Menschen zog dementsprechend viele neugierige Blicke von Passanten und Stadtbewohnern auf sich.

Die einsetzende Dunkelheit überdeckte gnädig die durch Kriegszerstörung und nicht zuletzt auch durch die Bausünden der sechziger und siebziger Jahre gerissenen Lücken im historischen Stadtkern Dülkens. Im gelblichen Licht der pseudo-antiken Innenstadt-Laternen fühlte man sich unter gelegentlichem Erschauern zurückversetzt in längst vergangene Zeiten von Pest und ländlichem Katholizismus.

2 Kommentare:
Schade: Hatte von diesem Termin nichts mitbekommen. Wird das wiederholt? Da würde ich mich mit ziemlicher Sicherheit anschließen.
Grüße aus Süchteln,
Heiko
Am Samstag, den 26. Sept. gibt es eine Kirchenführung mit René Franken:
http://duelken-kulturbunt.de/26_sep.html
Dort kann man ihn bestimmt auch noch mal fragen wg. dem nächsten Stadtrundgang. Soweit ich weiß macht der auch öfter welche für den Dülkener Heimatverein...
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