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17.10.09
  Hannahs Indien-Tagebuch
Erlebnisse einer jungen Viersenerin auf dem indischen Subkontinent

Hannah Mai aus Süchteln-Hagenbroich ist nach bestandenem Abitur noch unsicher, in welche Richtung sie ihr weiteres Leben lenken will. Nach vergeblichen Bemühungen um ein Auslandsjahr bei verschiedenen kulturellen und sozialen Organisationen fasst sie den Entschluss, sich auf eigene Faust zu einer viereinhalbmonatigen Reise durch Indien und Nepal aufzumachen. Für Tien Anton wird Hannah regelmäßig in Wort und Bild von ihren Erlebnissen berichten. Eine ständig aktualisierte Galerie mit Fotos von ihrer Reise gibt es bei Flickr.

Folge 1: Tourist-Verarschungs-Office

An manche Dinge muss man sich wohl erst mal gewoehnen.

Ich habe heute morgen im Dachrestaurants des Hotels gefruestueckt, und dabei ging es mir wider erwarten noch genauso schlecht wie in der Nacht zuvor. Gegenueber von mir sass eine Portugiesin, mit der ich langsam ins Gespraech gekommen bin. Obwohl ich mich am liebsten in meinem Zimmer verkrochen haette bin ich anschliessend mit ihr auf die Strasse gegangen. Es war auch noch einige Zeit schwierig, dieses Gewirr aus Menschen, Rikschas aller Art, streunenden Hunden, Autos, Motorraedern und Gefaehrten, zu denen mir nicht mal ansatzweise ein passender Name einfaellt. Zudem wird man von:

a) jedem vorbeifahrenden Rikschafahrer angequatscht

b) sehr vielen indischen Menschen (bzw Maennern) angestarrt, als sei man ein Ausserirdischer

c) kranken/verletzten/vernarbten Frauen/kleinen Maedchen mit Babys auf dem Arm angebettelt


Aber irgendwie lernt man doch mit der Zeit immer besser, diese Dinge zu ignorieren und mit dem Chaos klarzukommen. Wir wurden von drei (scheinbar) netten Indern beim Bummeln in (scheinbar) harmlose Gespraeche verwickelt. Doch: Der erste hat uns den falschen Weg gezeigt (was theoretisch noch ein Versehen gewesen sein koennte). Der zweite (UND dritte) hat uns in ein angeblich voellig offizielles "Tourist Office" geschickt wo man "kostenlos" einen Stadtplan und sonstige Hilfe bekommen kann.

Da ich mit dieser Art Laden schon meine Erfahrungen gemacht habe, konnte ich die Situation beide Male recht schnell erkennen. Nicht nur dass beide Laeden nahezu genauso aussahen und aufgebaut waren wie der von letzter Nacht (War einer davon vielleicht derselbe? Gibt es eine Kette solcher falschen Touristen-Informationen?), die dortigen Angestellten haben auch auf die selbe ausweichende Art und Weise reagiert wenn man von ihnen etwas anderes hoeren wollte als leeres Gewaesch: "EXCUSE me miss, you have to understand, there is a big festival going on, hotels/trains are fully booked" Bla, bla, bla...

Komischerweise hat es mich beruhigt, zu sehen, wie haeufig man doch in so eine Situation geraten kann. Denn ich habe auch gemerkt, dass man ihr wieder entkommen kann. In der Nacht zuvor war es vor allem beaengstigend, weil es eben Nacht war und ich einen langen Flug hinter mir hatte. Wenn man mal darueber nachdenkt, macht, in einem Land mit so viel Armut und so vielen am Kulturschock leidenden Westlern, die Entwicklung eines Berufszweiges, der sich dem Touristenverarschen verschreibt, irgendwie sogar Sinn.

Anna und ich sind dann irgendwann im (richtigen!) Foreign Reservation Office angekommen und haben uns Zugkarten besorgt. Sie faehrt Samstagmorgen nach Jaipur, ich abends nach Varanasie damit ich mich auf schnellstem Wege nach Nepal aufmachen kann.

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Kommentare:
Auch unbekannterweise: Pass auf dich auf und komm gut zurück.
 
ich finde es bemerkenswert das jemand so einen schritt wagt, deswegen hut ab.

solche aktionen müssen aber auch mal sein um einem selber mal klar zu machen , WIE SCHEISSEGUT ES DOCH EINEM GEHT .....

hut ab ,pass auf dich auf....
 
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