„Dantons Tod“ auf der FesthallenbühneThema des ZentralabitursViersen. Mit seiner Inszenierung von Georg Büchners Klassiker „Dantons Tod“ ist das Deutsche Theater Göttingen erstmalig in der Festhalle Viersen zu Gast, und zwar am Donnerstag, dem 28. Januar (20.00 Uhr). Ein Angebot, das sich nicht nur, aber auch an Schülerinnen und Schüler richtet, die dieses Stück als Zentralabiturthema ausgewählt haben. Um einen möglichst intensiven Kontakt zwischen Publikum und Darstellern zu ermöglichen findet diese Vorstellung in einer „Studio-Bestuhlung“ mit maximal 250 Besuchern statt. Wer im Vorfeld mehr über die Göttinger Inszenierung wissen möchte, ist zudem zur Einführung in den Theaterabend um 19.30 Uhr in den Ernst-Klusen-Saal der Festhalle eingeladen.

Grundsätzlich hat sich Regisseur Tilmann Gersch bei der von der Kulturabteilung eingeladenen Produktion an die Stückvorlage gehalten: Fünf Jahre sind vergangen seit dem Sturm auf die Bastille. George Danton und Maximilien de Robespierre, einst Brüder im Geiste und Väter der Französischen Revolution, sind zu Erzfeinden geworden. Robespierre gibt dem revolutionären Sieg ohne blutigen Terror keine Chance. Danton fordert Menschlichkeit statt Strafe, Wohlergehen statt Tugend. Er verabscheut die Gewalt, er verurteilt die Verrohung des Volks auf den Straßen, aber er ist auch bequem geworden in den Jahren des Aufbruchs. Nicht länger will er, wie Robespierre es tut, die eigenen Interessen dem Kampf opfern.

Über den klassischen Inhalt hinaus ist es in der Göttinger Inszenierung gelungen, durch einen Kunstgriff das Augenmerk auf eine besondere Facette zu lenken. Robespierre, 1758 geboren, war lediglich ein Jahr älter als Danton, doch im Deutschen Theater sind die Rollen von ihm und seinen Anhängern mit Schauspielern mittleren Alters besetzt, Robespierre und seine Mitstreiter werden demgegenüber von der jungen Garde des Ensembles gespielt. Hier stehen Tugend und jugendlicher Fanatismus gegen Mäßigung und vor allem den Wunsch nach den angenehmeren Seiten des Daseins. Diejenigen, die im Leben angekommen sind, wollen es auch genießen.

Karten für diese interessante Aufführung gibt es bei der Kulturabteilung der Stadt Viersen (Tel. 02162/101466 oder 101468), der Eintritt kostet 10,- Euro, Schülerinnen und Schüler 5,- Euro.
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