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Tien Anton
Das lokale Webmagazin aus Dülken für die Region VIE und das Grenzland

3.11.09
  Nazis, Stadtrat, Antifa
Heute erste Ratssitzung mit NPD-Beteiligung - und nun?

Während wir hier bei Tien Anton noch darüber nachgrübeln, wie der Verunzierung des Viersener Stadtparlaments durch die Anwesenheit der neonazistischen NPD publizistisch adäquat begegnet werden könnte, hat das Viersener Antifaschistische Aktionsbündnis schon einen klaren Plan. Transparente sollen ausgerollt werden in der heute stattfindenden ersten öffentlichen Sitzung des neu gewählten Stadtrats, um von da aus den Kampfruf hinaus in die Welt zu tragen: "Nie wieder soll von Viersener Amtsstuben aus Unterdrückung, Rassismus und Unrecht ausgehen!"

So oder so ähnlich stellen wir uns das jedenfalls vor, nachdem wir gestern vom Aktionsbündnis per E-Mail über die geplante Aktion informiert wurden. Da wir der ganzen Geschichte mit eher gemischten Gefühlen gegenüberstehen und der Leserschaft Gelegenheit geben wollen, sich selbst ein Bild zu machen, geben wir hiermit unsere Antwort an das Antifaschistische Aktionsbündnis in Form eines offenen Briefes wieder. Vorab das Anschreiben des Aktionsbündnisses - das Briefgeheimnis gilt, unseres Wissens, nicht für anonyme Zuschriften:

Am 02.11.2009 um 16:56 schrieb Albert (aaviersen@india.com):

Hallo Dieter,
als recht interessierter Leser deines Blogs, möchte ich dir das hier nicht vorenthalten. Würde meiner Meinung nach ganz gut in deinen Themenbereich passen (Jugend + Lokalpolitik)
Vielleicht bist du schon auf den Blog des "Antifaschistischen Aktionsbündnisses Viersen" gestoßen?
Link: http://aaviersen.blogsport.de/

Bitte nicht gleich Antifa mit Ausschreitung assoziieren. Gibt zwar leider genug Beispiele, aber die "Antifa Viersen" hat sich friedliches Handeln ganz oben auf die Liste gesetzt.
Wie du wahrscheinlich weißt, findet morgen um 18 Uhr im Viersen Forum
die erste öffentliche Sitzung mit Teilnahme Gunther Kretschmanns (NPD) statt. Link
Das Antifaschistische Aktionsbündnis ruft dazu auf, diese zu besuchen, um Präsenz gegen Rechts zu zeigen (mit Bannern, Fahnen, usw.). Falls du Fotos haben möchtest, kann ich dir gerne morgen Abend welche zukommen lassen, allerdings mit zensierten Gesichtern. Man kennt ja die Vorgehensweisen des braunen Volkes.

Freundliche Grüße,
Fuchs


Hier unsere nach ausgiebigem Querlesen der AAViersen-Website entstandene Antwort:

Hallo "Fuchs" ("Albert"?),

wenn Ihr, die Viersener Antifaschisten, meine Publikation verfolgt, sollte Euch klar sein, dass Ihr von meiner Seite nichts zu befürchten habt, was soll also die Geheimniskrämerei?

Grundsätzlich begrüße ich natürlich jegliche
kreative Anstrengung, die dazu beiträgt, das Erstarken der dumpf-braunen Idioten in Viersen und anderswo zu verhindern. Ich kenne auch persönlich Menschen, die NPD-Wahlplakate in Viersen abmontiert haben. [Auch wenn die nicht wissen, dass ich es weiß... ;-) ] Diese Aktion hat, obwohl sie eindeutig rechtswidrig ist, meine grundsätzliche Sympathie.

Vielleicht habt Ihr auch verfolgt, dass die Affäre um das Brösels und die "Ausländerlisten", die immerhin zu Jörg Johanbökes FDP-Parteiaustritt führte, als erstes hier auf der Tien Anton Seite thematisiert wurde:

Disko nur für Deutsche

Die Geschichte habe ich seinerzeit, geringfügig überarbeitet, den Kollegen von der
RP angeboten, die diese auch abdruckten und damit für die breite Öffentlichkeit sorgten, die zu einem mittleren kommunalpolitischen Erdbeben mit der oben erwähnten Konsequenz für Herrn J. führte.

Und da sind wir dann auch an dem Punkt, wo meine grundsätzliches Wohlwollen Euch gegenüber doch arg strapaziert wird: den auf Eurer Seite verzapften Schwachsinn von der "faschistoiden Mitte" bekomme ich einfach nicht über den Knorpel. Habt Ihr eigentlich mitbekommen, dass ich selber seit mehreren Jahren und mit zunehmendem Spaß für das "schwarzgefärbte" "Hetzmedium" Rheinische Post schreibe?

Die ist sicherlich im Zweifelsfalle nach wie vor das CDU-Kampfblatt, dass sie immer schon war, bietet aber heute, wo die politischen Blöcke früherer Jahrzehnte sich weitestgehend aufgelöst haben, durchaus auch Platz für unorthodoxe und politisch kritische, bisweilen sogar "linke" Ansichten.

Kurz gesagt finde ich, dass Ihr mit Eurem Engagement gegen rechts, bei aller aller guten Absicht, teilweise weit über das Ziel hinausschießt.

Auch vermisse ich auf der AAViersen-Website eine Stellungnahme zum Befremden, mit dem die Viersener Rock-Kultur-Werkstatt auf die Vereinnahmung durch Eure Gründungserklärung reagiert hat. Hier, zur Erinnerung noch mal der auf der RKW-Seite erschienene Text zum Thema:

"
Da haben wir nicht schlecht gestaunt, als wir Mitte September die "Gründungserklärung" des "Antifaschistischen Aktionsbündnisses Viersen" erstmals erblickten... Die RKW als leuchtendes Beispiel für linke Kultur? Vorreiter im Kampf gegen das Kapital? Oder gar Bollwerk gegen die "schwarze kapitalistische Presse" und die etablierten Parteien...???
Ehrlich gesagt: Wir haben keine Ahnung davon, dass es so sein könnte, und soweit wir bisher feststellen konnten, haben sich die Musiker im Hause bisher nicht dazu hinreissen lassen, politisch aktiv zu werden...
Dazu ist, mit Verlaub, die Kulturwerkstatt auch nicht gedacht. Wer es nicht glauben mag, dem sei die Lektüre der Satzung ans Herz gelegt. Da haben wir nicht reingeschrieben, daß wir uns als musikalisches Sammelbecken des antifaschistischen Widerstandes verstehen.
Aber in unserem Nutzungsvertrag für die Kulturwerkstatt steht auch nicht, daß wir unpolitisch sein müssten...
Im Gegenteil: Ausdrücklich ist hier festgehalten, daß die Kulturwerkstatt solchen Gruppierungen nicht offen steht, die gegen unsere demokratische Wertordnung verstossen. Daraus ergibt sich für uns in der Tat auch die Verpflichtung aktiv gegen solche Gruppen vorzugehen.
Aber eins steht mal fest:
Wir sind in keiner Weise informiert worden über das, was die Kollegen dieser Seite bezwecken und sicher auch nicht gefragt worden, ob wir, der Rock-Kultur-Werkstatt e.V., so zitiert werden wollen. Tendenziell wollen wir eher nicht. Genauso wie wir Nazis nicht mögen, mögen wir nicht ungefragt vor irgendwelche Karren gespannt werden. Ganz einfach.

"

Lässt man diese gesammelten Belege für zwar gut gemeinten aber stellenweise peinlich schlecht gemachten politischen Aktivismus einmal gnädig beiseite, stellt sich immer noch die Frage, ob man mit Aktionen wie dem Ausbreiten von Transparenten im Viersener Stadtrat nicht dem NPD-Mann erst die Aufmerksamkeit verschafft, die der sich wünscht und anderweitig nie erhalten würde. Immerhin sind sich alle im Stadtrat vertretenen Parteien einig, den Typen, dem ich hier nicht mal die Ehre der Namensnennung erweisen möchte, schlicht und einfach zu ignorieren.

Die Entwicklung beispielsweise im Osten der Republik lässt jedenfalls hoffen, dass ignorieren ein gangbarer Weg ist. Dort hat bei allen Landtags- und Kommunalwahlen der letzten Monate die Rechte teils empfindliche Einbußen hinnehmen müssen, allein schon deshalb weil sich ein nicht geringer Teil ihrer beim letzten Mal in die Vertretungen gewählten Repräsentanten als komplett unfähige grenzdebile Lachnummern, Alkoholiker oder Kleinkriminelle erwiesen und vom Wähler dementsprechend abgestraft wurden.

Ach ja, apropos Lachnummer: herzhaft schmunzeln musste ich, als ich auf Eurer Seite las, wie stolz Ihr von politischen Sondierungsgesprächen in Brüggen mit ausgerechnet den Grünen berichtet. Wenn die kein Paradebeispiel für den Verrat an linken Idealen zugunsten purer Machterlangung sind, ja wer denn dann, bitteschön?

Als das niederrheinische Boulevard-Lokalmedium schlechthin werden wir natürlich, bei aller oben geäußerten Kritik, gerne die Fotos von Eurer Protestaktion bei der Ratssitzung hier veröffentlichen. Alles weitere stelle ich hiermit zur (öffentlichen) Diskussion.

Mit herzlichen Grüßen aus Dülken,

Dieter Mai (Tien Anton)

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10.3.09
  Regionale und nationale Ermittlungsverfahren
Vauth in Tönisvorst und Tauss in Berlin - Zwei SPD-Poltiker in Schwierigkeiten

Die vergangene arbeitsreiche Woche und das im Anschluss verdientermaßen überwiegend müßiggängerisch verbrachte Wochenende haben uns bisher zwar davon abgehalten berichterstatterisch darauf einzugehen, verfolgt haben wir den jüngsten kommunalpolitischen Aufreger der Region aber selbstverständlich dennoch. Schließlich trägt die Provinzposse vom Aufstieg und Fall des selbsternannten regionalpolitischen SPD-Hoffnungsträgers Lothar Vauth alle Zutaten einer unterhaltsamen Reality-Soap-Opera.

Es ist die Geschichte vom stets strahlenden Emporkömmling, der trotz solidem beruflichen Erfolg den Hals nicht voll kriegt und weder Kosten noch Mühen scheut um sich mit großem PR-Tamtam auch noch die Zuneigung des gemeinen Wahlvolks zu erkaufen. Die nicht geringen erforderlichen Mittel hierfür scheint sich Vauth, nach allem wie es jetzt aussieht und vorbehaltlich der selbstverständlich auch in diesem Fall geltenden Unschuldsvermutung, teilweise auf illegalem Wege beschafft zu haben. Veruntreuung von Mandantengeldern, schlimmeres kann man einem Rechtsanwalt wohl kaum vorwerfen, und es ist anzunehmen, dass, sollte sich der Verdacht bestätigen, der Mann nicht nur politisch erledigt ist, sondern auch beruflich.

Zwischenschnitt und Szenenwechsel: ähnlich dramatische Folgen für den Betroffenen dürfte auch ein anderes, ebenfalls einem SPD-Mann geltendes Ermittlungsverfahren haben. Paradoxerweise wird dem bisherigen Medienexperten der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, die obligatorische Unschuldsvermutung auch dann nicht viel nützen, wenn sie bestätigt würde. Beim Thema Kinderpornografie reicht üblicherweise der einmal medial hergestellte Zusammenhang um eine Person dauerhaft zu diskreditieren - selbst wenn sich alle entsprechenden Vorwürfe als haltlos herausstellen sollten, der Mann ist jetzt schon erledigt. Dabei spricht gar nicht einmal so wenig dafür, dass der agile Datenschützer und stets unbequeme Schäuble-Kriktiker Opfer einer krimireifen Inszenierung aus dem Dunstkreis des Berliner Innenministeriums geworden sein könnte, oder wie es Polit-Blogger und CCC-Mitglied Felix von Leitner formuliert (Einträge 5. - 8. März): alles nur Schäubles "Joe-Job"?

Epilog: Zwei Verfahren, zwei Beschuldigte - ein Unterschied besteht darin, dass, wie RP-Redakteur Ludger Peters, nach allem was wir gehört haben wohl zutreffend, feststellt, dem abgestürzten Provinz-Polit-Ikarus Lothar Vauth selbst die meisten Parteigenossen keine Träne nachweinen werden. Dem politischen Gegner spielen beide Dramen in die Karten, die juristischen Entwicklungen bleiben abzuwarten.

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26.2.09
  Viersens Grüne und die "Heiße-Mädchen-Nacht"
Presseerklärung zur Viersener Disco Joy55 abgegeben

Für Viersens Grüne gehört die Tien Anton Website bisher anscheinend (noch) nicht zur täglichen Pflichtlektüre, sonst wäre Frau in Person der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Martina Maaßen wohl schon eher auf das seltsame Frauenbild der Joy55-Betreiber aufmerksam geworden.

Jedenfalls haben die Viersener Grünen nun sogar eine Presseerklärung zum Thema herausgegeben, nachdem Disco-Betreiber Guido Frings auf eine E-Mail-Anfrage zum Thema nicht reagierte. Zwar haben wir das Thema hier schon ausgiebig diskutiert, wollen aber unseren Lesern die grüne Sichtweise der Dinge nicht vorenthalten:

Viersens neue Diskothek mit zweifelhafter Aktion

Viersen hat nun endlich wieder eine Diskothek. Dies ist sehr zu begrüßen, den Betreibern für ihr Engagement zu danken und viel Erfolg zu wünschen. Getrübt wird aus Sicht der Viersener Grünen jedoch der gute Start mit einer geplanten zweifelhaften Aktion am Wochenende, der Hot Girl Night. Mittels einer Prämie von 10 Euro sollen Frauen dazu animiert werden im Minirock oder Hot Pants die Disco zu besuchen und somit zum Gelingen der angekündigten Hot Girl Night beizutragen.

„Diese Reduzierung von Frauen auf ihre Körperlichkeit halte ich für nicht tragbar“, meint Fraktionschefin Martina Maaßen und ergänzt: „Dies hat nichts mit Prüderie oder Spießigkeit zu tun. Es geht hier darum, gerade jungen Frauen bewusst einen finanziellen Anreiz zu bieten sich „aufreizender“ zu kleiden damit diese Teil einer „Heißen-Mädchen-Nacht“ werden.“

Insbesondere im Lichte des Anfang März stattfindenden Internationalen Frauentages ist diese Aktion sehr kritisch zu sehen. Das Viersener Frauenforum bemüht sich seit vielen Jahren an diesem Tag mit Veranstaltungen Frauen zu stärken, Frauensichten in die Gesellschaft zu tragen und aufmerksam zu machen auf geschlechtergerechte gesellschaftliche Teilhabe, Sexismus und Zwangsprostitution. „Die Aktion der Diskothek Joy 55 steht diesem Bemühen konträr entgegen“, so Martina Maaßen.

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16.2.09
  Der Countdown läuft...
Langsam wird es ernst: nur noch drei mal schlafen, dann läutet der Altweiber-Donnerstag den finalen Höhepunkt der "tollen Tage" ein. Während den einen beim Gedanken an knöchelhohe Glasscherbenteppiche und bierklebrigen Zuckerguss auf den Bürgersteigen der blanke Horror packt, heißt es für andere: nichts wie rein ins Vergnügen, sich, besinnungslos und volkstümlich wie sonst das ganze Jahr über nicht, ins kollektive Massenbesäufnis fallen lassen wie in einen schönen Kindheitstraum.

Der blanke Anachronismus in dem Zusammenhang sind die scheinheiligen Anstrengungen der sich an Beflissenheit übertrumpfenden Lokalpolitiker, ausgerechnet zu Karneval das Problem des (Jugend-) Alkoholismus bekämpfen zu wollen. Angeführt von der grünen Spaßbremse Martina Maaßen stößt nun selbst unser sonst eigentlich nicht gänzlich humorlose Bürgermeister ins Horn der politisch korrekten neuen Enthaltsamkeit und ordnet einen Bierausschank-freien Rathaussturm an.

"Man kann auch ohne Alkohol beim Karneval Spaß haben!" so das Credo der wenig glaubwürdigen Teilzeit-Asketen, von denen jeder einzelne bei anderen Gelegenheiten den Zapfhahn umschwirrt wie die sprichwörtliche Motte ein Teelicht. Klar, Sex macht ohne Anfassen auch am allermeisten Spaß, genau wie Backen ohne Mehl oder Döner ohne Scharf. Herr, lass es Hirn vom Himmel regnen!

Kurzum, wir hier bei Tien Anton sind der Meinung: wenn schon, denn schon! Davon abgesehen wollen wir in den verbleibenden Tagen vor dem drohenden Karnevals-Wochenende auch Alternativen aufzeigen für diejenigen, bei denen das närrische Brauchtum ausschließlich Fluchtreflexe auslöst. Den Anfang macht diese Veranstaltung am Samstag im Kunst- und Kulturhaus Bachstraße: Wo ist Norbert?

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4.2.09
  Disco, Go-Go, No-Go?
Wie immer erreichten uns zu unserem gestrigen Disco-Bericht neben den öffentlichen Kommentaren auch Mails von Lesern, die es vorziehen, sich nicht öffentlich zu äußern. Dafür waren die Stellungnahmen zu Viersens neuer Disco und ihrem Betreiber Guido Frings um so eindeutiger: „Windiger Typ aus der Disco- und Event-Szene...“, „...betreibt eine GoGo-Girls- und -Boys-Agentur“, „...überkleben Plakate anderer Veranstaltungen.“.

So richtig viele Freunde scheint Frings, der bis vor kurzem die „Party-Factory“ auf der Gladbacher Straße betrieb, sich in Viersen bisher jedenfalls nicht gemacht zu haben. Betrachtet man ihre Aussagen im RP-Bericht zum Thema, scheinen aber immerhin Viersens notorischer Jugend-Freund Thomas Weber (Jugend aktuell) und Bürgermeister Thönnessen kein Problem damit zu haben, die 16- bis 18-jährigen Söhne und Töchter der Stadt demnächst stundenweise den Verfechtern einer, bei allem grundsätzlichen Wohlwollen doch leicht halbseiden anmutenden, „Coyote Ugly“-Kultur anzuvertrauen.


Tanzt für das "Joy55": Das Ally McBeal-Baby - Copyright? - Egal!

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21.1.09
  Blitzeis, Barack, Brötchengesicht
Man traut sich ja gar nicht mehr, in lokaler Berichterstattung zu machen, angesichts der geschichtsträchtigen Vorgänge in „God's own Country“. Was für einen Nachrichtenwert hat schon niederrheinisches Blitzeis gemessen an Brother Baracks „Inauguration Party“? Für mich persönlich zumindest einen konkret spürbaren, brachte mich doch meine meteorologische Ignoranz in direkten und innigen Kontakt zum Asphalt der Dülkener Albertstraße, nachdem in Folge der üblichen Start-Beschleunigung auf dem morgendlichen Weg zum Bahnhof das Hinterrad meines Drahtesels kurzzeitig die notwendige Bodenhaftung vermissen ließ.

Die Amis haben Obama, Viersen hat Thönne - aber wen verdient Deutschland?

Berichtenswertes bleibt aber auch dann Mangelware, wenn wir, beflügelt von der Weltbedeutungshaftigkeit des Obamaschen Amtsantritts, unseren Blick ausnahmsweise mal auf bundespolitische Perspektiven richten. Wie soll sich hierzulande zum ausgerufenen „Superwahljahrs“ auch nur ansatzweise Euphorie einstellen angesichts der gebotenen Wahl-“Möglichkeiten“. Die von einem „Titanic“-Redakteur als Analogie zum Phänomen Obama visionär ins Spiel gebrachte Wahl eines „Kümmeltürken“ zum Kanzler aller Deutschen bleibt auf absehbare Zeit undenkbar. Um so trostloser die tatsächlich zur Verfügung stehenden Alternativen: gegen das Kohlsche Nachtschattengewächs, Zonen-Zombie Angela, tritt an das jegliche Charaktereigenschaften konsequent verleugnende Milchbrötchengesicht Frank-Walter.

Da können sie auch gleich die Krabbelgruppe der politisch Untoten, vulgo: Große Koalition, noch ein paar Jährchen weiter wurschteln lassen, frei nach Altkanzler Helmut "Schlot" Schmidts legendärem Bonmot: "Wer Visionen hat, der sollte zum Arzt gehen.". Oder vielleicht doch einmal den Blick auf unser kleines niederrheinisches Polit-Biotop werfen? Schließlich hat seinerzeit dem Thönne auch niemand, er selbst und die eigenen Parteifreunde eingeschlossen, zugetraut, die scheinbar allmächtige Viersener CDU aus dem lokalpolitischen Rennen zu werfen. Aber wer könnte den "Bundes-Thönne" geben? Besitzt die Bundes-SPD so einen leicht zerknitterten Kumpel-Typ mit Lokalkolorit, der bei der Jugend ganz gut ankommt?

Sachdienliche Vorschläge bitte als Kommentar zu diesem Beitrag!

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25.11.08
  Von Zahlen und Anträgen
Vertreterinnen der Astrid Lindgren Grundschule (ALG) trugen ihren Bürgerantrag zur angestrebten Dreizügigkeit der Schule vor dem Viersener Schulausschuss vor. Eine solche Dreizügigkeit würde faktisch das Aus für das Hubert-Vootz-Haus (HVH) und dessen Jugendarbeit bedeuten.

In der gestrigen Schulausschuss-Sitzung ging es noch nicht um eine endgültige Entscheidung zur Zukunft von ALG und HVH, vielmehr bekamen hier die Vertreterinnen der Grundschule Gelegenheit, ihren Bürgerantrag zum Thema vor den anwesenden Ratsvertretern darzulegen. Eine Gelegenheit, den die Sprecherin der Schule nur bedingt nutzen konnte. Wurde sie doch nach Beendigung ihres Vortrages vom Ausschussvorsitzenden darauf hingewiesen, dass die vorgetragenen Inhalte dem ursprünglich eingereichten Antrag ja gar nicht entsprächen und die Schule sich schon entscheiden müsse, was genau man denn nun beantragen wolle.

Der Vertreter der Schulaufsicht im Ausschuss monierte darüber hinaus, die im Antrag angeführten Zahlen zu Bedarfsplanung und Neuanmeldungen, diese entsprächen nicht denen der aktuellen Erhebungen der Schulaufsicht, da könne etwas nicht stimmen. Manuel Garcia Limia von der SPD-Fraktion gab zu bedenken, bei einer späteren Entscheidung des Antrags die möglichen Konsequenzen für das HVH zu berücksichtigen, dessen wichtige Jugendarbeit vor Ort man an anderer Stelle immer wieder lobend hervorhebe.

Alles in allem kein schlechter Tag für Otto Strutz, Leiter des HVH, der in Begleitung eines runden Dutzends Jugendlicher und Helfer des HVH die Ausschusssitzung als Besucher verfolgte. "Die von der ALG vorgeschlagenen räumlichen Ausweichmöglichkeiten sind indiskutabel, weil baulich völlig marode. Da müsste man geschätzte 200.000 Euro investieren, wo soll das Geld denn herkommen?" erklärte Strutz im Anschluss an die Sitzung. Wohl wissend, dass angesichts der Verwendung offensichtlich falscher Zahlen und des vom ursprünglichen Antrag weit entfernten Vortrags der Schulvertreterinnen deren Auftritt vor dem Ausschuss wohl nur als missglückt gewertet werden kann.

Denkbar schlechte Voraussetzungen also für eine mögliche Bewilligung des Antrags auf der nächsten Schulausschusssitzung im Januar. Und ein gar nicht mal so schmaler Silberstreif am Horizont für die mögliche Weiterführung der erfolgreichen Jugendarbeit im Hubert-Vootz-Haus.

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24.11.08
  Foto-Frust am Wochenende
Dülken verändert sein Gesicht – Tien-Anton-Leser bekommen es leider (vorerst) nicht zu sehen.

Es war der fototechnische Supergau des Wochenendes. Als wir gestern die reiche Bilder-Ausbeute vom Wochenende auf die Festplatte des Redaktions-Rechners schaufeln wollten, stellten wir fest, es ging nicht, es fehlte schlicht das richtige Kabel. Selbiges natürlich eine Spezialanfertigung der Firma Nikon, das sich auch nicht durch die mittlerweile zahlreich in der Redaktion umherfliegenden Standard-Mini-USB-Kabel ersetzen lässt, steckt wohl noch im Rechenknecht am Brotarbeitsplatz in Düsseldorf. Zugriff erst wieder am Mittwoch.

Piets Weihnachtsbaum

Nach diversen, stundenlangen, vergeblichen Versuchen, die Bilddaten anderweitig von der Speicherkarte zu befreien, war uns schließlich (nachvollziehbarer Weise?) auch die Lust am Schreiben des die Bilder ergänzenden Textes vergangen. Wovon denn der Bericht gehandelt hätte? Nun, eigentlich ging es ja um eine Reportage zur diesjährigen Weihnachtsbaum- und Glühweinbuden-Spendenaktion von Piets Börse. An den Anblick des großen Weihnachtsbaumes in Dülkens "Bermuda-Dreieck" zwischen Börse, Vis-a-Vis und Passe Partout sind die Dülkener Bürger seit Jahren gewohnt.

Dabei haben die Wenigsten eine Vorstellung davon, was für ein logistischer Aufwand, wie viele helfende Hände, Arbeitsschweiß und Adrenalin nötig sind, um jedes Jahr aufs Neue den Platz an der Cornelius-Kirche in vorweihnachtlichen Glanz zu versetzen. In teils spektakulären Bildern dokumentieren wir die Befreiung der prachtvollen Edeltanne aus dem zu eng gewordenen Dülkener Privatgarten der diesjährigen Baum-Spender-Familie Schroeren - wie gesagt aber leider erst am Mittwoch.

Eine Baulücke mehr und ein Baum weniger

Beiläufig entstanden aber auch noch weitere Dokumente zu teils drastischen Veränderungen von Optik und Perspektiven in Dülkens Innenstadt. So ist, im Zuge der "Investorenfreundlichen Innenstadtbereinigung", das Gebäude auf der Lange Straße, das einst die Kneipe "Alibi" beherbergte, mittlerweile dem Erdboden gleich gemacht worden. Dadurch ergibt sich, vom "Blauen Stein" in Richtung Westgraben schauend ein ganz neuer "Durchblick", eine ungewohnte Perspektive.

Dass die Lücke, die der Abriss des zunächst als denkmalwürdig, später als völlig marode und darum unbedingt abzureißend beurteilte Gebäude, hinterließ, eine exakte Fluchtlinie zwischen der Straße "Am Blauen Stein" und dem Parkplatz am Westgraben bildet, lässt wohl nicht nur den sprichwörtlichen Schelm böses denken. Das riecht schon ein wenig nach gewollt und der Gedanke drängt sich auf, ob denn wohl auch schon ein Sänften-Shuttle-Service von den auf dem Parkplatz Melcherstiege geparkten Investoren-Limousinen zum Tien-Anton-Denkmal geplant ist.

Der eine Baum kam, der andere ist plötzlich weg. Am Samstag wurden wir Augenzeugen, wie hinter einem eilends aufgestellten Sicherheitszaun der großen Platane (?) Ecke Lange Straße/Moselstraße der Gar ausgemacht wurde. Offenbar hatte hier der Sturm vom Wochenende die Standfestigkeit des prächtigen Baumes derart in Mitleidenschaft gezogen, dass gefällt werden musste. Vielleicht hat man ja den Stamm auch stehenlassen? Als wir vorbeikamen war die Krone jedenfalls schon größtenteils gekappt. Die hauptamtlichen "Baumschubser" wollten leider bis auf ein lautstark gebrülltes "Weg da!" keine Auskunft geben.

Die Bilder werden auch hier nachgereicht.

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19.11.08
  Politikum Altweiber
Jedes Jahr auf's Neue, der Dauerbrenner zum (Dülkener) Karneval: Wie kann zu Altweiber die Neigung der Jugend zum kollektiven Kampftrinken wenigstens kosmetisch so weit kaschiert werden, dass nicht schon auf den ersten Blick das kollektive Versagen der ihrerseits vom Konsum-, Feierabendbier- und Dauerfernsehrausch schon schwerst geschädigten Elterngeneration gnadenlos zutage tritt.

Dülkener Jugend an Altweiber - wirklich nur auf "Kampftrinken" aus?

Geradezu rührend, wie jetzt mal wieder nach Konzepten gesucht wird, die rauschbedingten Ausfallerscheinungen der Kids nicht gar so ausufern zu lassen, den Teppich aus Scherben und Erbrochenem, der regelmäßig zu derlei Anlässen nicht nur Dülkens Innenstadt "ziert" ausgerechnet am Altweiber-Donnerstag nicht ganz so üppig zum Erblühen zu bringen.

Besonders innovativ und unser diesjähriger Toppfavorit die Anregung von Holger Jentgen, Leiter der Polizeiwache Viersen: "Wenn ,Tokio Hotel’ ins Bürgerhaus kommt, sind die Jugendlichen vom Markt weg.“ so der Beamte. Wenn der Mann sich da mal nicht irrt, allein um Bill & Co. ertragen zu können reichen doch die Alkoholbestände sämtlicher Dülkener Kioske und Einzelhändler zusammen nicht aus, oder?

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16.11.08
  Existenzsorgen im Hubert-Vootz-Haus
Antrag bedroht Existenz der beliebten Jugend-Einrichtung auf der Krefelder Straße. Auch die RKW kämpft ums Überleben. Aufruf zum Besuch der entscheidenden Ratssitzung.

Viersen Ein bei der Stadt vorliegender Antrag sagt einen steigenden Platzbedarf für die Astrid-Lindgren-Grundschule voraus, deren Räumlichkeiten bis jetzt vom Hubert-Vootz-Haus (HVH) für seine offene Jugendarbeit mitgenutzt werden. Eine Annahme des Antrags würde das Aus für das HVH am jetzigen Standort bedeuten.

Auch die Viersener Rock-Kultur-Werkstatt (RKW), mit dem HVH durch verschiedene Kooperationen freundschaftlich verbunden, kämpft nach Tien-Anton-Informationen ums nackte Überleben. Hier sind die explosionsartig angestiegenen Energiekosten der Grund für große finanzielle Probleme.

Zu allem Übel jetzt auch noch ein trennender Zaun am HVH

Für Leitung und Helfer des HVH wird die aktuell ohnehin schwierige Situation zusätzlich erschwert durch die vorgeblich sicherheitsbedingte Errichtung eines massiven Eisengitterzaunes durch die Stadt Viersen. Dieser wurde ohne Absprache mit den Betreibern des HVH so errichtet, dass der Zugang zum Gelände für die Kinder, die das Haus regelmäßig nutzen, unnötig erschwert wird. Anstatt die Sicherheit zu steigern sind hier nach Auffassung von HVH-Leiter Otto Strutz zusätzliche Gefahrenquellen entstanden. "Wie von mir vorhergesagt klettern die Kids jetzt neben dem Zaun über die Mauer, um auf's HVH-Gelände zu kommen."

In einem Brief an Bürgermeister Günter Thönnessen protestiert das HVH-Team gegen den Zaun und den drohenden Rauswurf aus den seit 21 Jahren genutzten Räumlichkeiten. Außerdem werden alle Freunde und Unterstützer des HVH gebeten, bei der entscheidenden Ratssitzung am 24.11.08 um 18.00 Uhr im Forum/Kreishaus Viersen als Besucher zu erscheinen. Dort besteht zwar kein Mitspracherecht, da es sich aber um eine öffentliche Sitzung handelt, kann jeder durch seine Anwesenheit Unterstützung für und Solidarität mit der wichtigen Jugendarbeit des HVH in Viersen demonstrieren. Erfahrungsgemäß kann eine große Anzahl von Besucher(inne)n bei den Volksvertretern durchaus etwas bewirken.

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4.11.08
  Baustelle Dülken
Die Stadt Viersen räumt auf: Tabula Rasa am Westgraben

Kein Wunder, dass niemand wusste, was hier geplant ist. Vor kurzem hatten wir unsere Leser gebeten, ihre eventuell vorhandenen Kentnisse über den Hintergrund der umfangreichen Abrissmaßnahmen am Dülkener Westgraben zwischen Melcherstiege und Lange Straße im Kommentar zum entsprechenden Beitrag kund zu tun. Wohl wissend, dass längst nicht jeder Tien-Anton-Leser ein Freund aktiven Kommentierens ist, hatten wir mit nicht all zu vielen Reaktionen gerechnet. Dass dann aber gar nichts kam und es selbst aus dem verschworenen Häuflein unserer Stammleserschaft keinerlei Feedback gab, verwunderte doch.

Des Rätsels Lösung lieferte jetzt ein Gespräch mit Willi Zerres, Leiter der Abteilung Liegenschaften bei der Stadt Viersen, das eigentlich einer ganz anderen Angelegenheit galt. Die Baumaßnahmen am Westgraben seien genau genommen gar keine, sondern lediglich Abrissarbeiten, die zudem mit keinem konkreten Bauvorhaben in Verbindung ständen. Es handele sich gewissermaßen um Aufräumarbeiten, durch den Abriss der überwiegend maroden Hinterhof-Anbauten solle die Planung für die künftige Nutzung des Areals erleichtert werden. Die Überlegungen dazu reichen von zentrumsnahen altengerechten Wohnungen über eine überdachte Ladenpassage bis hin zu einer Straßenverbindung zwischen Parkplatz Melcherstiege und Lange Straße. Die Stadt Viersen sei hier mit mehreren potentielle Investoren im Gespräch, so Zerres.

Des weiteren habe sich bei den Abrissarbeiten herausgestellt, dass das Haus Lange Straße 36 (ehemals Gaststätte Alibi) entgegen früheren Überlegungen, in denen sogar ein Denkmalschutz des Gebäudes in Erwägung gezogen wurde, nun wohl doch abgerissen werden muss. Die bei den Rückbaumaßnahmen zu Tage getretenen Mängel an der Bausubstanz waren laut Zerres so groß, dass ein Erhalt des Gebäudes nur unter unverhaltnismäßigem Kostenaufwand zu realisieren gewesen wäre. Bleibt zu Hoffen, dass die Wünsche der Stadt sich erfüllen und es nach dem "Großreinemachen" demnächst zu konreten Aufbau-Maßnahmen in Dülkens Zentrum kommt.

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28.9.08
  Satire am Sonntag
keine Anzeige
Satire Niederrheinwerke

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26.9.08
  Kein Grammofon-Museum in Dülken
Hess-Sammlung geht wohl nach Dormagen

dmai Per Rundmail informierte Dülkens "Grammofon-Papst" Volkmar Hess heute über die jüngsten Entwicklungen in der unendlichen Geschichte von der - nun wohl endgültig gescheiterten - Idee, im Dülkener Alten Weisenhaus am Eligiusplatz ein Grammofon-Museum einzurichten. Obwohl Hess die Hoffnung auf eine "heimatnahe Lösung" noch nicht ganz aufgegeben hat, läuft wohl alles auf einen Standort außerhalb der Viersener Stadtgrenzen hinaus. In diesem Forumsbeitrag erläutert Volkmar Hess die Einzelheiten zum wahrscheinlichen Umzug seiner einzigartigen Sammlung historischer Grammofone ins rheinische Dormagen.

Kein Platz für seine Grammofone in Dülken:
Sammler Volkmar Hess (Foto ©Uwe Leigraf)


Einer, der über diese verpasste Chance einer Bereicherung des Dülkener Kulturlebens schier verzweifelt, ist der umtriebige Niederkrüchtener Tourismus- und Marketing-Unternehmer Wilfried Marek. Der Live-Musik-Fan und Impressario aus Leidenschaft hat in den letzten Jahren vielfältige Anstrengungen zur Belebung der regionalen Kultur- und Live-Musik-Szene im Raum Viersen unternommen und dabei mehr als einmal die bürokratische Unbeweglichkeit der zuständigen Behörden zu spüren bekommen. Als Vorsitzender des Vereins Grammofonica e.V. war er auch jetzt wieder maßgeblich an den Planungen für die Museumsgründung in Dülken beteiligt. Seinem Ärger über das erneute Scheitern einer Initiative zur Steigerung der kulturellen Lebensqualität in der Region macht Marek auf der Vereins-Homepage Luft.

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25.9.08
  Web-Portal für Migranten geplant
Ein Grafiker-Kollege ist immerhin schon mal -vorläufig- vor dem sozialen Abstieg gerettet, sprich: ein hübsches Logo bereits entworfen, ansonsten existiert es noch nur als gemeinsames Konzept von Kreis Viersen und der Gesellschaft für Beschäftigung (GFB), das geplante Web-Portal für Migrantinnen und Migranten im Kreis Viersen.

"Die mehrsprachige Homepage soll Transparenz über alle Angebote und Maßnahmen für Migranten schaffen und so den Integrationsprozess erleichtern." heißt es in der entsprechenden Presse-Mitteilung der GFB. In Zeiten wie diesen, in denen sich Kanzlerin Merkel mit dem Ausspruch "Multikulti hat ausgedient" zitieren lässt, wirkt so ein Ansatz schon fast wohltuend anachronistisch. Um so mehr Grund, allen Beteilgten zu wünschen, dass es gelingt, die Seite, wie geplant, bis "Anfang 2009 online" zu stellen. Sobald es entsprechendes zu verlinken gibt, werden wir das an dieser Stelle gerne tun.

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15.9.08
  Wer geht hin?
Jazz Festival Viersen nur für Studienräte, Ärzte, Architekten und Rechtsanwälte?

dmai
Jazz-Veranstaltungen im Raum Viersen stoßen beim jüngeren Publikum üblicher Weise auf wenig bis gar keine Resonanz. Ein Umstand, den wir an dieser Stelle nicht nur einmal bedauert haben und den auch die in Viersen maßgeblich das Jazz-Geschehen antreibenden Kräfte wahrnehmen. Ali Haurand, Viersener Kontrabass-Legende und künstlerischer Leiter des Viersener Jazzfestivals wie auch der Düsseldorfer Jazz Rally, bekommt glänzende Augen, wenn er von seinen Gastspielen in Osteuropa berichtet: "Da sind die Hälfte der Zuschauer zwischen zwanzig und fünfundzwanzig, das ist einfach großartig, bei uns aber leider unvorstellbar."


Jazz Festival Viersen: wird im regulären Programm zu wenig gewagt?

Und was tun Haurand und die Verantwortlichen vom Kulturamt der Stadt, um das Viersener Festival für die jüngeren Musikfreunde interessanter zu gestalten? Da gibt es den Festival-Sonntag, wo unter dem Titel Junior's Jazz Open von der WDR-Maus bis zum Jugendchor bzw. -orchester für alle jugendlichen Altersklassen etwas geboten wird. Diese Hinwendung zum jungen Publikum bis hin zum Vorschulalter ist sicherlich aller Ehren wert und kann vielleicht sogar den ein oder anderen zukünftigen Jazz-Fan hervorbringen. Andererseits stellt solch ein eigener "Jugend-Tag" aber auch einen Akt der Ausgrenzung dar. So schön er für die Kleinen sein mag, so sinnlos ist er in Bezug auf Jugendliche und junge Erwachsene.

Die empfinden so etwas - mit Recht - lediglich als gönnerhafte Attitüde der altehrwürdigen Jazz-Kenner-Garde der wohl situierten und saturierten Viersener Studienräte, Ärzte, Architekten und Rechtsanwälte. Welcher junge Mensch im fortgeschrittenen Teenager-Alter geht denn zum Beispiel freiwillig noch zum Kinderarzt? Das wäre doch zu peinlich! Bezogen auf's Viersener Jazzfestival bedeutet das: Rahmenprogramm für Kinder vor der Festhalle? Ja bitte! Jugendprojekte wie Jugendchor oder -orchester, ja, aber dann bitte ins ganz normale Tagesprogramm integriert, etwa jeweils als Opener.

Ansonsten: bitte vermehrt versuchen, ins reguläre Programm auch Acts einzubauen, die im Grenzbereich zwischen Jazz und Jugendkultur angesiedelt sind. Berührungspunkte sind doch da, sei es im HipHop, in der vielfältigen Clubkultur der elektronischen Tanzmusik oder auch bei dem ein oder anderen schräg-ambitionierten Projekt aus der Indie-Pop-Ecke. Denkbar wäre da vieles. Einfach mal etwas mehr wagen. Es kann eigentlich nur Gewinner geben.

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9.6.08
  Diskothek Brösel's gerät engültig in Schieflage
dmai Großrazzia am Samstag in der Brüggener Diskothek Brösel's. Das Lesen dieses RP-Berichts und das Betrachten dieses WDR-Fernsehbeitrags zum selben Thema löst hier bei Tien Anton durchaus gemischte Gefühle aus. Auf der einen Seite können wir, nach unseren eigenen einschlägigen Erfahrungen mit Brösel-Betreiber Jörg Johannböke, uns einer gewissen Genugtuung nicht erwehren, andererseits tut es uns für die Kiddies schon ein bisschen leid, die wohl eine Ausgehmöglichkeit verlieren werden, wenn das Brösel's demnächst ernst macht mit dem Jugendschutz oder gar die Konzession verliert.

In jedem Fall erfreulich an der Aktion ist die erfolgreiche Umgehung der Brösel's-Ordnungsamt Connection, deren anscheinend reibungsloses Funktionieren letztlich auch das selbstherrliche, überhebliche und diskriminierende Verhalten Johannbökes in Sachen Umgang mit ausländischen Besuchern erst ermöglicht hat. Interessant wäre in diesem Zusammenhang noch, zu erfahren, wer konkret seine Hand lange Zeit schützend über die Machenschaften des in immer schlechteres Licht rückenden Vergnügungstempels gehalten hat.

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21.4.08
  Gypsy-Reggae und Krefelder Behördenfrust
Ein verspäteter Wochenend-Bericht

Am vergangenen Wochenende war ich Strohwitwer, die Liebste weilte zu einem mehrtägigen Betriebsausflug in der Bundeshauptstadt, ich war bei der Planung meiner Wochenend-Aktivitäten folglich auf mich allein gestellt, was also tun?
Jutta Ditfurth konnte ich persönlich noch nie leiden, war mir immer eine Spur zu sehr auf Krawall gebürstet und selbstverliebt, jemand, der sich selber gerne Reden hört halt. War jemand bei ihrem Ulrike-Meinhof-Gedächtnisabend (ein Thema, das mich schon interessiert hätte) im Conny's und möchte uns Bericht erstatten? Nur zu!
Statt dessen wäre eigentlich ein Besuch des Cowboys On Dope Konzerts im Viersener Komplett angesagt gewesen: pflegen die Jungs doch ein amtliches unplugged-Rock'n'Roll-Brett der durchaus hörbaren Sorte, außerdem steht da noch die Einladung zum Kennenlern-Bierchen von Wirt Budda im Raume, der via elektrischer Post dem Projekt Tien Anton sein Wohlwollen ausgedrückt und bestmögliche Unterstützung zugesagt hat. Dafür an dieser Stelle ein Dank nach Viersen!
Letztendlich gelandet bin ich am Freitagabend schließlich in Krefeld. Mein alter Freund Roland hatte einen gemeinsamen Besuch im Jazzkeller angeregt, um sich dort die Electric-Balkan-Combo Turlitawa Shutka anzuschauen. Außerdem bot sich hier die Gelegenheit, Rolands frisch angetraute Lebenspartnerin Julia endlich einmal persönlich kennen zu lernen.
Die Geschichte der beiden ist definitiv einer eigenen ausführlichen Betrachtung würdig, stark verkürzt könnte man sie als Odyssee charakterisieren, auf der sich die Entfernung zwischen dem Niederrhein und Weißrussland als leichter überwindbar erwies als die labyrinthischen Wege der Krefelder Ausländerbehörde. Deren geradezu kafkaeske Beharrlichkeit beim Versuch, dem Paar eine Scheinehe nachzuweisen ist geprägt von beispielloser Absurdität und Menschenfeindlichkeit. Nach monatelangem Hickhack inklusive Scheinbefragungen durfte sie jetzt, ein halbes Jahr nach Eheschließung und fast fünf Monate nach Beantragung der Familienzusammenführung endlich einreisen, hat aber vorerst immer noch nur eine auf drei Monate befristete Aufenthaltserlaubnis. Deutsches Ausländerrecht in seiner pervertierten Form.
Das Konzert war auf jeden Fall großartig, der Abend ein sehr schöner. Die Band verband auf ebenso wundersame wie selbstverständliche Weise Zigeuner-Rhythmen mit Reggae, Funk und Soul, dass es eine wahre Freude war. Es wurde ausgelassen getanzt, meine von den Behörden so drangsalierten Freunde konnten ihre Sorgen erfolgreich ausblenden, gemeinsam feierten wir bis tief in die Nacht.
Demzufolge den Samstag in Essig gelegen, und da man jenseits der Vierzig bekanntlich eher zwei Tage benötigt, um sich von einer durchzechten Nacht zu erholen, reichte es am Sonntag so grade eben, die gemeinsame Wohnung von den Spuren zweitägiger haushälterischer Nachlässigkeit zu säubern, ehe die Liebste vom Flughafen abgeholt werden musste.
Vom so innig herbeigesehnten Frühlingseinbruch bis jetzt noch nicht allzu viel mitbekommen, weswegen der Bericht an diese Stelle abrupt endet. Bevor es morgen wieder zum Brotjob in den Bauch der Werbe-Galeere geht wollen jetzt dringend einige Runden mit dem Fahrrad über die Felder gedreht werden. Apropos Frühling: derselbe ist offenbar auch in unserer kleinen Dülken-Bilder-Galerie in der linken Seitenleiste ausgebrochen. Hierzu noch mal kurz erklärt: es tauchen dort alle aktuellen Bilder auf, die bei Flickr mit dem "tag" (=Stichwort) "Dülken" versehen werden.

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4.4.08
  Gastronomische Kapriolen
Nacht- und Nebel-Pächterwechsel im Hindenburg - und was wird aus Altem Waisenhaus?

Die Geschicke des Süchtelner Edel-Hotels Hindenburg liegen seit Monatsbeginn in Händen der neuen Pächterin Carmen Werner. Wie die RP berichtet, sah sich Inhaber Wilhelm Janissen-Brass gezwungen, die Geschäftsführung auszuwechseln, da diese "nicht mehr tragbar" gewesen sei. Damit bestätigen sich die schon seit längerem kursierenden Gerüchte über mangelnde Zahlungsmoral und Misswirtschaft der bisherigen Hindenburg-Betreiber. Auch wenn die bisherige Hotel-Leitung vom Vorwurf der Insolvenzverschleppung nichts wissen will: Tien Anton sind persönlich Gläubiger des Hindenburg bekannt, die seit Monaten auf die Begleichung offener Rechnungen warten.
Im Interesse der Angestellten und der zur Zeit ohne Ausbildungsplatz dastehenden Azubis kann man nur hoffen, dass das Vertrauen, das Hotelbesitzer Janissen-Brass in seine jetzt aus dem sprichwörtlichen Hut gezauberte neue Pächterin setzt, sich auszahlt und es der bisherigen Aushilfe gelingt, den eigentlich guten Ruf des Hauses wieder herzustellen.
Offen bleibt bis auf Weiteres die Frage, wie sich das Hindenburg-Desaster auf den geplanten Betrieb von Hotel und Gastronomie im Dülkener "Alten Waisenhaus" auswirkt. Hier hatte Investor Janissen-Brass eigentlich seine bisherigen Süchtelner Geschäftsfreunde als Gastronomen vorgesehen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Lautstärke und Bebaungsplan scheinen hier abermals die Zauberkünste des Investitions-Magiers gefragt. Hat er noch ein Kaninchen im Zylinder?

Allerletzte Frage für heute: ist eigentlich ein neuer Pächter an Veranstaltungs-Vereinbarungen seines Vorgängers gebunden? Falls ja würde ich mich hiermit gerne um eine Presse-Akkreditierung zur Berichterstattung über dieses Event bewerben.
Edit: Wir haben den Link entfernt auf Bitte des Hotels Hindenburg, die Party findet nicht statt!

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1.4.08
  Eilmeldung: FürVie und Pro Dülken fusionieren!

Kurzfristig und für die meisten völlig überraschend wurden lokale Viersener Medienvertreter am heutigen Dienstag, den 1. April zu einem Pressetermin im ehemaligen Restaurant Windrose im Dülkener Wasserturm zitiert.

Den verblüfften Journalisten präsentierte sich hier ein um die Wette strahlendes Duo bestehend aus Willi Hüskes, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Pro Dülken und Hans-Willi Pertenbreiter, Vorsitzender der Viersener Lokalpartei FürVie.

In einer kurzen Erklärung verkündete ein Sprecher den Zusammenschluss beider Organisationen, wirksam ab dem heutigen Tage. Zur Verkündung dieser Entscheidung habe man ganz bewusst den symbolträchtigen Ort gewählt, repräsentiere dieser doch wie kein zweiter die angestrebte Lufthoheit über beide wichtige Teilstädte des neugegründeten strategischen Bündnisses.

Anschließend äußerten sich die beiden Vorsitzenden zu ihren Motiven für die Fusionierung. Hans-Willi Pertenbreiter: "Wir beobachten schon länger voller Bewunderung die vielfältigen Methoden unserer Dülkener Freunde zur Erhaltung und Vermehrung ihres Einflusses auf die Entwicklung und das Machtgefüge im Stadteil Dülken. Insbesondere so einfache aber wirkungsvolle Methoden wie die automatisierte Zwangsmitgliedschaft im Verein, die durch die Annahme eines Blumenstraußes von einem Pro-Dülken-Vertreter bei einer Geschäftsneugründung unwiderruflich ausgelöst wird. Oder die Chuzpe, strittige Fragen durch Einreichung augenscheinlich völlig durchgeknallter Thesenpapiere bei den entsprechenden Verwaltungsstellen lösen zu wollen. Das sind alles Dinge, wo auch wir von FürVie noch einiges lernen können."

Willi Hüskes gab die Komplimente zurück: "Wie FürVie seinerzeit mit CDU-Unterstützung sukzessive seinen kommunalen Einfluss ausgebaut hat, um sich dann im richtigen Moment abzunabeln und als Zünglein an der kommunalpolitischen Waage den entscheidenden Griff zur Macht zu tun, Chapeau, das macht denen so schnell keiner nach. Und dann noch den Dreh zu finden, sich trotz aller Taktiererei als Protest-Partei zu verkaufen, siehe "Kreisstadt"-Debatte, alle Achtung!"

Die Geschicke der heute frisch getauften Bürgervereinigung "ProDüVie" werden die beiden bewährten Spitzenkräfte ab sofort als "Tandem" in eine verheißungsvolle Zukunft führen.

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31.3.08
  Brösels, das allerletzte...
Um das leidige Thema ein für alle Mal zu den Akten zu legen, hier die elektrische Post der Mutter eines der betroffenen Schüler, die uns am Wochenende erreichte - Tien Anton bedankt sich an dieser Stelle für die Kooperation, die Rückendeckung und die Hartnäckigkeit von Schülern und Eltern des E.v.R.-Gymnasiums in Viersen:


Hallo Herr Mai,

in der letzten Woche hat das Brösels den Kindern tatsächlich einen Anteil an Eintrittsgeld überwiesen: Man mag es kaum glauben!

Auf ein Schreiben der Schüler hatte das Brösels zunächst wie erwartet nicht reagiert, die Rechtsanwältin hatte dann "nachgelegt", eine Zahlungsfrist gesetzt und die Summe von 400 € benannt. Wahrscheinlich hat sich das Brösels gedacht, dass es mit dieser Zahlung relativ glimpflich davon kommt und damit dann "Ruhe einkehrt" (vermutlich waren es viel mehr Besucher, was die Schüler aber nicht nachweisen können ...). Aber immerhin - es ging ja ums Prinzip ...
B. (Name der Redaktion bekannt) und die Klassenkameraden haben inzwischen wie angekündigt bei Herrn Gottwald ihre "Aussage" schriftlich aufgenommen.
Der Katholikenrat hat letztlich nach einigen Telefonaten mit der Schulleitung einen "Rückzieher" gemacht. Hier ist es zu keinem Gespräch gekommen - worüber auch ?
Wahrscheinlich kann seitens der Schüler / Schule damit die Akte Brösels nun geschlossen werden. Die Kinder planen weitere Vorabi-Feten, aber in anderen Diskos und Kneipen.

Ihnen nochmals herzlichen Dank für Ihre tatkräftige Unterstützung!! Ich denke, die Kinder haben bei der ganzen Aktion eine Menge gelernt und damit hat das ganze neben der vielen Aufregung durchaus einen positiven Effekt gehabt.

Ihnen eine gute Zeit!
Herzliche Grüße
B. L. (Name der Redaktion bekannt)

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28.3.08
  Wochenrückblick + EmS-Video
Überregional taten sich Bewohner des Planeten Viersen/Grenzland in dieser Woche durch unrühmliche Nachahmungstaten hervor. Im Lokalen gab es einen kreisstädtischen Rückzieher, eine mit nur begrenzter Begeisterung aufgenommene Einkaufszentrums-Eröffnung sowie eine im Straßengraben beendete Spritztour ohne Führerschein zu vermelden.

Das übliche schnarchlangweilige Provinzprogramm halt, nur zu überleben mit der Aussicht auf künftige spektakuläre Ereignisse, deshalb heute wieder unser wöchentliches Eier mit Speck Teaser-Video, diesmal mit einer Band, die den Begriff Crossover weltumspannend mitgeprägt hat: Clawfinger - Out To Get Me



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21.3.08
  Hurra, das Löh-Center ist da!
Die "gelungene" Mischung belangloser Ladengeschäfte, überwiegend erkauft mit der Schließung des jeweiligen bisherigen Innenstadt-Standortes kann man seit gestern im frisch eröffneten Löh-Center in Viersen bewundern. Das Projekt reiht sich nahtlos ein in die gute alte Viersener Tradition der Verschlimmbesserung der Innenstadt. Was in den 1970ern mit dem Abriss des historischen Kaiser's-Geländes begann und in den folgenden Jahrzehnten mit der an Hässlichkeit und architektonischer Ideenlosigkeit kaum zu überbietenden "Rathausmarkt"-Bebauung fortgesetzt wurde, kulminiert hier zum nächsten stadtplanerischen Highlight. Hauptsache schön unpersönlich, pseudo-modern und den üblichen Verdächtigen in der lokalen Bauwirtschaft zu Umsatz verhelfend...

Protestaktion in den Siebzigern

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6.3.08
  Die Quadratur der Kreisstadt Viersen

Schon aus typografischen Gründen undenkbar:
"Kreisstadt Viersen" vor dem vorzeitigen Aus?


Nur Gewinner gibt es derzeit bei der Diskussion über das Für und Wider der Umbenennung Viersens in "Kreisstadt Viersen":
Viersens CDU hätte mit einer Umbenennung erstmals nach ihrem spektakulären Scheitern bei den letzten Kommunalwahlen nach langer Durststrecke mal wieder eine lokalpolitische Reviermarke gesetzt.
Bürgermeister Thönnessen träumt, wie eigentlich sowieso immer, vom jetzt aber wirklich mal einzufahrenden Imagegewinn.
FürVIE etablieren sich endgültig als die kritischen Querdenker die sie immer schon vorgeben zu sein.
Der notorische sozialpolitische Robin Hood Thomas Weber hat endlich mal wieder einen Aufhänger für publikumswirksamen Aktionismus gefunden und die Ober-Grüne Martina Maaßen-Pyritz eine der seltenen Gelegenheiten, an die fast vergessenen Wurzeln ihrer Partei als Protestbewegung zu erinnern, indem sie eben jenen Herrn Weber vor der Diskreditierung durch Viersener Ratsmitglieder in Schutz nimmt.
...

Visionäre Kraft der Musik:

Das Eckige muss ins Runde.

Schon mit seinem 1982er Album "Music Spoken Here" schuf Gitarren-Legende John McLaughlin dieses zeitlose Sinnbild für so genannte "Viersener Verhältnisse":
"Wie, in Gottes Namen, passen profilierungsgeile Kommunalpolitiker und Allgemeinwohl zusammen?"

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28.2.08
  WDR 2 für eine Stadt – Gelungene Abwechslung oder teurer Spaß?

tiro Mittlerweile dürfte es sich herumgesprochen haben: Der Radiosender WDR 2 verlost sich selber. Einen ganzen Tag kommen die Stars des Kölner Senders in eine Stadt in Nordrhein-Westfalen und gestalten mit den Menschen vor Ort ihre Sendungen. Highlight dieses einmaligen Tages ist dabei das abendliche Open Air-Radiokonzert, aber auch die WDR 2-Party und die Auftritte verschiedener Kabarettisten und Musiker locken. Natürlich hat sich auch die „lebendige Stadt“ Viersen beim Westdeutschen Rundfunk beworben und fordert momentan seine Bürger dazu auf, im Internet für ihre Heimatstadt abzustimmen. Wer dazu seine Stimme noch abgeben möchte, muss sich dranhalten: die Wahllokale schließen heute um 24 Uhr!

Die eigentlich so gelungen anmutende Mobilmachung der Viersener für ihre Stadt wirft jedoch auch Fragen auf. So hat die Wirtschaftsförderung der Stadt werbewirksam vierfarbige Flyer und großformatige Plakate drucken lassen. Das Ausmaß der dabei entstandenen Kosten lässt sich erahnen, wenn man weiß, dass an jeden Schüler ab der 7. Klasse im gesamten Stadtgebiet ein solcher Flyer ausgehändigt wurde. Außerdem liegen und hängen in allen öffentlichen und vielen weiteren Gebäuden große Stapel der besagten Druckerzeugnisse aus. Sicherlich ist diese massive Öffentlichkeitsarbeit eine gelungene Investition, wenn WDR 2 tatsächlich am 24. Mai in Viersen aufspielt.

Doch wenn nicht sind Unsummen an Geldern aus dem Fenster des Rathausmarktes 1 geworfen worden, denn auch wenn Bürgermeister Günter Thönnessen in einem Telefoninterview drei Minuten für Viersen werben durfte, bleibt fraglich, ob der Gesamtwerbeerfolg in einem vertretbaren Verhältnis zu den getätigten Ausgaben steht. Deren tatsächliche Höhe zu erfahren wäre in jedem Fall wünschenswert.

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  Kabarett goes Kapital
Finanzdienstleistung meets Comedy im Dülkener Bürgerhaus

Fernseh-Prominenz "für Lau" gab es am Mittwoch im Dülkener Bügerhaus zu bewundern. Bill Mockridge ist nicht nur bekannt als spätberufener Lindenstraßen-Mutter-Beimer-Stecher aus der gleichnamigen Sozialkitsch-Endlos-Serie sondern zudem mit allen Bühnen-Wassern gewaschene Rampensau des von ihm begründeten Bonner Improvisationstheaters "Springmaus". Einer, der sich, gehärtet im Stahlbad der Provinzbühnen-Tingelei, seinen Sinn für die Realität bewahrt hat.

Insofern kann man ihm noch am wenigsten einen Vorwurf machen für sein Mitwirken bei dem von der Volksbank Viersen ausgerichteten "Infotainment"-Event mit dem schönen Namen "Abgeltungssteuer mal anders erklärt." Schließlich müssen wir alle sehen, wie wir über die Runden kommen, geldmäßig betrachtet. Von einmal pro Woche im Fernseh' auftreten kann man halt keine Familie am Kacken halten, das verstehen wir doch. Nicht ganz so lustig fanden wir allerdings, dass die von Mockridge vorgetragenen Comedy-Intermezzi zum allergrößten Teil auf recycletem Uralt-Witzmaterial beruhten. Kostprobe: "Na, mal Hand auf's Herz, welcher der anwesenden Herren hat denn heute Abend seine Garderobe selbst zusammengestellt?"- zwinkerzwinker...

"Zum Lachen bringen" und eventuell auch "zum Nachdenken anregen", wie vom Volksbank-Sprecher angekündigt, konnte derlei Pseudo-Kabarett zwar erstaunlicherweise die Mehrheit im gut gefüllten Saal, nicht jedoch den Rezensenten, den der Vortrag des Bühnen-Profis Mockridge stattdessen mehrfach zum Gähnen "brachte". Das Einzige was hier "angeregt" wurde, war die Hoffnung, im nachfolgenden Fachvortrag zum Steuerthema wenigstens mit unfreiwillig humoristischen Einlagen entschädigt zu werden. Bis auf ein paar kleinere Versprecher aber leider auch hier Fehlanzeige.

Ein erstaunlich schlecht - sprich: ohne jegliche sinngebende Betonung - vortragender Investment-Heini machte sich gar nicht erst die Mühe, den eigentlichen Zweck der Veranstaltung zu verschleiern und begann recht zügig damit, den Zuhörern die Vorteile des möglichst baldigen Erwerbs von Aktien-Fonds des ihn beschäftigenden Finanzdienstleisters ans Herz zu legen. Immerhin bewies der Mann erstaunliche Beharrlichkeit beim wortwörtlichen Ablesen von Info-Grafiken, was zu deren Verständnis zwar weniger als nichts beitrug, dafür der Situation aber eine gewisse meditativ-esoterische Weihe verlieh.

Auf dem fluchtartig vorzeitig angetretenen Heimweg dann doch noch etwas zum Lachen, zwar nur aus Schadenfreude aber immerhin: ein zuvor bereits im Bürgerhaus per Lautsprecher-Durchsage ausgerufener Falschparker hatte offensichtlich nicht aufgetrieben werden können. Jedenfalls wurde sein Auto gerade vom Abschleppdienst an den Haken genommen - wie das halt so geht, wenn man eine Einfahrt zuparkt. Welche Einfahrt? - Na, die vom Dienstparkplatz der örtlichen Polizeiwache...

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25.2.08
  Sorgenkind Bahnhof Viersen vor der Genesung

nick Den Viersenern fällt dieser Tage ein großer Stein vom Herzen: Die Meldungen über den Fortschritt der Umbauarbeiten am Bahnhof stimmen die Menschen optimistisch, dass aus dem einstigen Schandfleck tatsächlich einmal ein Schmuckstück werden könnte – so wie es der Projektleiter von Jannissen-Brass/Dannreuther angekündigt hat.

Nachdem diese den Bahnhof von der Stadt erworben hatten und die Bahn die Modernisierungsmaßnahmen ebenfalls vorgezogen hatte, ging es stetig bergauf: Die Arbeiten in der Bahnhofhalle schreiten voran, bald sollen eine neue Decke und ein neuer Boden eingezogen werden, die Fassade ist bereits gestrichen. Auch auf den Bahnsteigen sieht es nun viel besser aus: Neue Pflasterungen machen den Einstieg für alle sicherer und die neuen Schilder, Uhren und die elektronischen Anzeigen sind nicht nur nützlich, sondern werten auch das Erscheinungsbild für Ein- und Aussteigende auf. Die eingebauten Aufzüge machen den Viersener Bahnhof erstmals barrierefrei.

In die alte Schalterhalle im Entree ist bereits eine Filiale der Bäckereikette Pesch eingezogen, öffentliche Toiletten und weitere Geschäfte sollen bald folgen. Wenn es im Bahnhof innen dann wieder tiptop aussieht, will die Stadt auch in die nähere Umgebung investieren: Ein komplett neuer Vorplatz mit Abstellplätzen für Fahrräder, eine neue Haltestellenanlage für den Busverkehr und ein riesiger Parkplatz auf der Rückseite des Bahnhofes sollen entstehen, letzteres, wenn der Tunneldurchbruch geschafft ist, an dem zurzeit rege gearbeitet wird.

So sollen spätestens Ende 2010 der Viersener Bahnhof und sein bisher ebenfalls nicht gerade einladendes Umfeld komplett saniert und endlich kein Schandfleck mehr sein. Es scheint, dass die Stadt Viersen mit den Investoren Jannissen-Brass/Dannreuther einen Glücksgriff getan hat – wer weiß, wie es sonst weiter gegangen wäre mit dem Viersener Sorgenkind, das nun endlich „flügge“ und gesund zu werden scheint.

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17.2.08
  Endspurt beim „Löhcenter“
nick Über ein Jahr ist es nun her, dass am Viersener Theodor-Heuss-Platz die Bagger und Baumaschinen anrückten und das alte Horten-Kaufhaus abrissen. Seit Januar 2007 sind der gesamte Platz und seine Umgebung eine einzige Baustelle und die Anwohner und Autofahrer sind froh, dass es damit nun endlich bald vorbei ist und es keine Behinderungen oder Baulärm dort gibt.

Ende März soll es so weit sein und das Löhcenter, wie das neue Einkaufszentrum nun endgültig heißen soll, wird eröffnet. Dreizehn Einheiten stehen dem Einzelhandel und den Besuchern dann zur Verfügung – viele davon sind bereits vergeben, zum Beispiel an die Supermarktketten Plus und Kaisers, an dm und Kodi, Deichmann, einen Frisör und auch Kamps wird seine Filiale vom Sparkassenvorplatz in der Stadtmitte ins neue Löhcenter verlegen.

Doch nicht nur das Einkaufszentrum selbst steht kurz vor seiner Vollendung, auch die gesamte Umgebung wurde in den letzten Monaten grundlegend erneuert, mit neuen Straßenführungen, Pflasterungen, Bepflanzungen und Beleuchtungsanlagen – kurz: Der alte Theodor-Heus-Platz ist nicht mehr wieder zu erkennen und erstrahlt im neuen Glanz, auch wenn dafür die eigentliche Innenstadt Viersens wieder um einige Geschäfte ärmer wird.


In den nächsten Wochen wird Jim-Bob Nickschas für Tien Anton die Arbeiten am neuen Einkaufszentrum im Auge behalten und mit kritischem Blick beobachten, was sich bis zur Eröffnung dort noch alles tut.

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15.2.08
  Heute schon Selbstanzeige gemacht?
Nicht? Na, dann wird's aber langsam Zeit, der Fiskus schläft nicht! Was? Sie müssen sich für Ihre paar Kröten richtig krummlegen? Nicht die Spur von Zinsgewinnen? Jetzt machen Sie aber mal 'nen Punkt, überlegen Sie doch mal: bei 1000 Verdächtigen müssen, rein statistisch betrachtet, auch bei uns in der Region zwei, drei kriminelle Millionäre dabei sein. Sie ganz bestimmt nicht? Aber der Dings, äh, na der, dieser Makler oder Immobilienvermittler oder was der ist, ach, Bauunternehmer ist der? Naja, auch egal, früher oder später kriegen sie den auf jeden Fall, oder? Wie? Der legt dann "Sicherheiten in relevantem Umfang" auf den Tisch - und dann? Der kann dann nach Hause gehen? Sich einfach so freikaufen? Das ist doch...Moment, Telefon, mal eben im Display gucken, wer das ist. Oh, mein Anlageberater - ich muss Schluss machen, ich meld mich später, ja...?

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14.2.08
  Dülkener Zustände
In der Nachfolge einer Analyse der Bemühungen zur Verbesserung der Wohn- und Einkaufssituation in Dülken veröffentlichte die Rheinische Post heute Bürgerstimmen aus ihrer zu diesem Thema initiierten Telefonaktion "Der Heiße Draht". Dort konnten Bürger sich zur desolaten Situation in der Dülkener Innenstadt äußern und Ideen zur Verbesserung vortragen.

Wie so oft in der letzten Zeit wurde auch bei dieser RP-Aktion einmal mehr deutlich: der Messias mit der rettenden Idee für Dülken ist nach wie vor nicht in Sicht. Neben dem scheinbar unvermeidlichen "Die Leute wollen mit dem Auto bis vor die Ladentür fahren" - Lamento gab es nicht viel neues zu lesen.

Jedoch wurde ein strukturelles Grundproblem anschaulich dargestellt. Die Aussage der ehemaligen Metzgerei-Betreiberin Marita Holthausen, viele Hausinhaber in der Innenstadt seien "finanziell nicht in der Lage, ihre Gebäude zu renovieren" in Verbindung mit der Forderung einer anderen Anruferin, die Mieten der leer stehenden Ladenlokale zu senken, zeigt das ganze Dilemma.

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8.2.08
  Kurz & knapp
Brotarbeit und die Beschäftigung mit der technischen Optimierung der Website bremsen zur Zeit die Berichterstattung bei Tien Anton etwas aus. Deshalb heute nur Kurzmeldungen, demnächst geht's dann hier wieder ausführlicher zur Sache:

+++ Kaum Zeit für Einspruch gegen Mega-Kiesgrube im Grenzland +++ Gemeinde Brüggen sucht Zeugen für diskriminierende Einlasspraktiken im Brösel +++ Dülken trauert um Ortsvorsteher Gartz +++

Konzert-Tipp: Pajaro Sunrise (Pop Folk Indie) im Connys-Come-In am Dienstag, 12.02.2008 (20.00 Uhr), Eintritt: 6 Euro, unter 18 Eintritt frei

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1.2.08
  Brösel-Story - Reaktionen

Nicht wenig Wirbel löste unser Bericht zu den fragwürdigen und von vielen als diskriminierend empfundenen Geschäftspraktiken in der Brüggener Disko Brösel aus.

Das renommierte law blog des Düsseldorfer Rechtsanwalts Udo Vetter hatte unsere Meldung verlinkt (Tien Anton bedankt sich), was hier zu einer regelrechten Traffic-Explosion führte und in den dortigen Kommentaren zu hitzigen Grundsatzdiskussionen zur Auslegung der Begriffe Hausrecht und Diskriminierung.

Bei RP-Online findet sich heute, einen Tag nach der Veröffentlichung unserer Geschichte in der Viersener Lokalausgabe ein Beitrag über Reaktionen aus Politik und Verwaltung.

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25.1.08
  Disco nur für Deutsche
Im "Brösel" bleibt alles beim Alten

Das eigenwillige Geschäftsgebaren der Brüggener Diskothek Brösel war bereits vor einiger Zeit erstmals in die Schlagzeilen der Lokalpresse geraten. Damals wurde bekannt, dass dort ausländischen Besuchern grundsätzlich der Einlass verwehrt wird. Auch der Taz war die Geschichte seinerzeit eine Meldung wert.

Dass sich an dieser Praxis, trotz der damals aufbrandenden allgemeinen Empörung, zwischenzeitlich nichts geändert hat, mussten jetzt die Organisatoren einer im 'Brösel' geplanten 'Vorabifete' des Viersener Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums am eigenen Leib erfahren. Mitten in den zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschrittenen Party-Vorbereitungen, die Flyer waren schon gedruckt, die Einladungen verschickt, wurden die Schüler lapidar darauf hingewiesen, doch bitte auch an die 'Ausländerliste' zu denken.

Die Gymnasiasten sollten dem Betreiber am Veranstaltungsabend eine Liste mit den Namen ihrer ausländischen Mitschüler vorlegen, damit diese vom Türsteher zu ihrer eigenen Party eingelassen werden. In einer eilends einberaumten Schülerversammlung der Jahrgangsstufe 12 wurde daraufhin beschlossen, wegen bereits investierter Arbeit, Zeit und Geld, diese eine Party noch im Brösel zu veranstalten, sich aber für die nächsten Vorabi-Feten nach einer anderen Location umzusehen. Die geforderte Ausländerliste wollten die Schüler auf keinen Fall mitbringen. Ein Schülervertreter zu Tien Anton: "Mal abgesehen vom diskriminierenden Charakter einer 'Ausländerliste' dürfen wir schon aus Gründen des Datenschutzes so eine Liste gar nicht herausgeben."

Selbstverständlich wollten wir auch den Verantwortlichen des Brösel die Möglichkeit geben, sich zu den Vorgängen zu äußern und führten ein Telefongespräch mit dem Betreiber der Diskothek, Jörg Johannböke. Darin bestätigte Johannböke freimütig die Anweisung an seine Türsteher, Ausländer grundsätzlich abzuweisen und begründete dieses Vorgehen mit der Wahrung der Sicherheit seiner Gäste. Der Diskotheken-Betreiber zeigte sich darüber hinaus sehr aufgebracht über die kritische Haltung der Viersener Gymnasiasten und behielt sich vor, in Zukunft auf die Ausrichtung von Vorabi-Parties zu verzichten. Er verstehe außerdem die ganze Aufregung nicht, der Anteil ausländischer Abiturienten sei doch ohnehin so gering, dass man darum nicht so ein Aufhebens machen müsse.

Mittlerweile ist die Party über die Bühne gegangen. Drei türkischen Mitschülern der veranstaltenden Jahrgangsstufe 12 wurde der Eintritt zur eigenen Fete ohne Angabe von Gründen verwehrt. Den Schülervertretern wurde außerdem mitgeteilt, dass es für das E.v.R.-Gymnasium keine Feier mehr im Brösel geben werde, weil sie wegen der "Ausländerliste" die Presse ins Spiel gebracht hätten. Dass sich für sie das Brösel als Veranstaltungsort zu diesem Zeitpunkt schon längst disqualifiziert hatte, verschwiegen die Viersener Schüler aus Sorge, im Streitfall nicht den ihnen zugesagten Gewinnanteil der Veranstaltung ausgezahlt zu bekommen. Bis dahin war es nämlich trotz mehrfachen Nachhakens der Schüler nicht zu einer schriftlichen Vereinbarung gekommen.

Parteipolitisch engagiert sich der Brösel-Chef bei der Brüggener FDP, sein Gastronomiebetrieb ist auf der Website der Liberalen Wirte gelistet. Wie die kruden Ansichten und die eigenwilligen Geschäftspraktiken des bekennenden Roland-Koch-Fans Jörg Johannböke mit dem Begriff "liberal" in Einklang zu bringen sind, bleibt dabei das Geheimnis der Beteiligten.

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16.1.08
  Verwirrung und Kompetenz (Ich bin ein Boisheimer... Teil 2)
Laut diesem RP-Online-Artikel zum Thema Domainjacking bei www.boisheim.de hat sich jetzt die Stadt Viersen zu den Vorgängen geäußert. Wenn Wirtschaftsförderer Thomas Küppers dabei einräumt, es sei "einiges nicht sehr bürgerfreundlich gelaufen" ist das schon ein erfreuliches Maß an Selbstkritik, aber die Veröffentlichung von Sex-Shop-Tipps auf www.boisheim.de als "unglücklich" zu bezeichnen, ist natürlich nur die halbe Wahrheit und verschweigt das geballte Maß an Inkompetenz mit dem hier seitens der Stadt agiert wurde.
Wir besprachen das Szenario mit dem Düsseldorfer IT-Consultant Markus Eckartz, der unsere Einschätzung teilt: "Dieses 'Unglück' hätte man selbstverständlich von vorneherein vermeiden können, wenn man mit sich mit dem damaligen Domain-Betreiber zusammengesetzt hätte." so Eckartz. "Man hätte eine Übergabe-Vereinbarung für die Domain treffen können und auf diese Weise gewährleistet, dass die Domain nahtlos an die Stadt Viersen übergeht. Mit der bloßen Aufforderung an Herrn Strysio, die Domain aufzugeben hat man die Kontrolle leichtfertig aus der Hand gegeben."

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14.1.08
  Ich bin ein Boisheimer, schmeißt mich hier raus...
...aus dem Internet nämlich. Lokalredakteur Ludger Peters beschreibt heute in einem interessanten Artikel auf RP-Online, was alles peinliches passieren kann, wenn man das Internet jemandem überlässt, der sich offenkundig nicht damit auskennt, in diesem Fall den Verantwortlichen der Stadt Viersen.
Der Rausgeschmissene, der Boisheimer Günter Strysio, hatte sich eigentlich schon länger damit abgefunden, dass er aufgrund der aktuellen Gesetzeslage die Domain www.boisheim.de an die Stadt Viersen abgeben musste.
Als er aber Ende letzter Woche noch einmal nachschauen wollte, was die Stadt Viersen denn jetzt mit ihrer neuen Boisheim-Domain so anstellt, bekam er einen derartigen "Hals", dass er die Viersener Lokalpresse alarmierte. "Dass das so ein großer Artikel würde, hätte ich nicht gedacht", so Strysio.
Auf unsere Nachfrage versicherte Günter Strysio, dass man daran arbeite, die in elf Jahren aufgebauten Strukturen und Inhalte der alten Boisheim-Seite demnächst unter einer anderen Web-Adresse wieder zugänglich zu machen. Man darf gespannt sein, wer schneller am Start ist, die Viersener oder die Boisheimer Webmaster.
Und was wird jetzt aus www.duelken.de? Wir bleiben dran...

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12.1.08
  Dülken ganz unten? Teil 1
Das Lamentieren über den schleichenden Niedergang der Dülkener Innenstadt ist in den letzten Jahren nicht weniger geworden, und weil wir auf Dauer eh nicht drum herum kommen, nutzen wir jetzt einfach die Gelegenheit der grippal bedingten Immobilität um uns dem Thema schon mal vorsichtig anzunähern.
Seit der Entstehung dieser Foto-Serie aus 2006 hat sich zwar einiges getan, manche der dort dokumentierten Leerstände sind zwischenzeitlich behoben, dafür haben sich an anderer Stelle neue trostlose Ecken gebildet. Unterm Strich hat sich seitdem nichts grundlegend gebessert.
Zwar gibt es von mehreren Seiten Bemühungen, dem wachsenden Verfall entgegen zu wirken, aber von einer zielgerichteten Bündelung der Kräfte ist weit und breit nichts zu sehen, im Gegenteil.
Die Uneinigkeit der potentiellen Dülken-Retter beginnt schon bei komplett unterschiedlichen Lösungsansätzen. Da gibt es die Gruppe derer, die das ganze als rein wirtschaftliches Problem sehen: möglichst viele neue Geschäftsgründungen auf der Lange Straße und alles wird gut. Am besten noch einen Teil der Fußgängerzone für den Autoverkehr öffnen, damit die Kundschaft nicht so weit laufen muss.
Solche Aussichten provozieren den empörten Aufschrei der - nennen wir sie mal: Sozialfraktion. Deren Vertreter mahnen eine Verbesserung des Wohlfühl-Faktors der Innenstadt an. Weniger Geschäfte reichten dazu auch aus, wenn nur der Branchen-Mix ausgewogen und der Wohnwert gegeben sei. Autofahren auf der Fußgängerzone? Macht doch sowieso schon jeder, da soll sich mal lieber jemand drum kümmern!
-Fortsetzung folgt-

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25.12.07
  Pizza, Pizza!
Existiert wohl schon ein Jahr, aber eben erst entdeckt: Die beste Bring-Pizza in Town gibt's definitiv bei "Tuo Amore". Endlich ein adäquater Ersatz für das "da Angelo" am Blauen Stein, das ja leider nun schon länger nicht mehr existiert.
Wie man hört, musste Angelo den Laden übrigens drangegeben wegen überhöhter Miet-/Pachtforderungen seitens der Besitzer. Soviel zum Thema "Belebung der Dülkener Innenstadt"...

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