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17.2.10
Bilder und Videos vom Rosenmontag in Süchteln und Dülken
Neben dem scheinbar unvermeidlichen alljährlichen Zuckerguss aus Glasscherben und Bier wurde zu Karneval natürlich auch wieder gefeiert. Schorsch in Süchteln und Andreas in Dülken haben das Geschehen in, teils bewegten, Bildern festgehalten. Interessant auch das Bild, das mir Tien Anton Leser Jochen heute morgen in der Regionalbahn per USB-Kabel aufs Mobiltelefon beamte: Die SG Dülken ging gschlossen als - na? Richtig: Tien Anton. Sehr löblich! :)
Die SG Dülken ging geschlossen als Tien Anton. Fotos: J. Verstraaten
...das doch war! Nach dem Samstagabend-Termin nur noch abgehangen, gegrillt und den Rotkehlchen beim Nachwuchs füttern zugeguckt. Dementsprechend auch nichts zum Bandcontest-Finale geschrieben, obwohl es da eigentlich noch einiges zu berichten gäbe. Vom Eklat um das Nichterscheinen des Twelveinchninja-Gastschlagzeugers Marius L., der seine Musikerkollegen damit übelst hängen lies beispielsweise.
Auch wenn am Ende nur Platz 4 heraussprang - Twelveinchninja
überzeugten auch ohne Schlagzeuger. (Foto: Andreas Döring)
Oder von den verständlicherweise etwas enttäuschten Toastbrot, die es als Zweite wahrscheinlich nicht ganz so prickelnd fanden, dass die drittplatzierten Crossover-HipHopper von Acoustic Rocks vom EmS-Mitorganisator Tappi zwar völlig verdient aber doch strategisch etwas ungeschickt zum Festival im kommenden Jahr eingeladen wurde. Liebe Toastbrote, nehmt es nicht so schwer und Euch ein Beispiel an den diesjährigen Gewinnern Eleonore, die bis zu ihrem Triumph immerhin volle drei Jahre kontinuierlicher musikalischer Steigerung gebraucht haben.
Finaler Meinungsaustausch: Tappi und Tien im Gespräch (Foto: René Kaiser)
Hatten Spaß satt: gut gelaunte Gäste beim Bandcontest
Hier abschließend das Video des Gewinner-Auftritts von Eleonore, aufgenommen von Tontechniker Max:
Es war ein bärenstarkes Finale. Gewinner des Abends: Eleonore, auf den Plätzen: Toastbrot, Acoustic Rocks und Twelveinchninja. Hier schon mal ein paar Foto-Impressionen vom Abend im Josefshaus - Bericht folgt...
Na, das lob ich mir: kaum bin ich mal wieder am schwächeln, da sorgen andere für berichterstatterischen Nachschub. Peppi vom Kulturkommando 41, das in Süchteln das "Nachtschwärmer"-Kneipenfestival veranstaltete, hat uns per E-Mail mit Eindrücken vom Abend in der Irmgardisstadt versorgt. Hier sein Bericht:
Aus organisatorischer Sicht war das Kneipenfestival dieses Jahr eine kleine Herausforderung, da kurz vor Festivalbeginn das Akustik Duo 2gether aus Nettetal wegen Krankheit der Sängerin absagen musste.
Der Sänger JB Vox hatte uns aber versprochen den Gig alleine durchzuziehen, obwohl er auch mit grippeähnlichen Symptomen zu kämpfen hatte. Nachdem die Anlage aufgebaut war und er beim Soundcheck von einem Hustenanfall in den nächsten fiel stand ziemlich schnell fest, das auch das Soloprogramm so nicht stattfinden konnte. Nach einer halben Stunde wilden Rumtelefonierens wurde dann Markus Jansen aus Krefeld als Ersatz eingeflogen, der dann die Gitarre in die Hand nahm. JB Vox versprach den entäuschten Gästen der Stadtschänke das Konzert mit der Sängeren Tannila zu wiederholen, wenn beide wieder fit sind. Der Termin wir rechtzeitig bekannt gegeben!
Zeitgleich spielten im EVVE die Lokalmatadoren Kork!, die mit eigenen NuRock/Metalsongs glänzten. Gefolgt von den Borrachos, die handgemachten Punk zum besten gaben. Die Fans waren sich einig, geile Musik, geile Texte, Punk vom Feinsten. Borrachos erinnerten an die ersten Scheiben der Hosen und machten eine super Party.
Im Kolpinghaus war beim ersten Set von Nice Valley leider nicht so viel los. Dies änderte sich aber mit der Zeit und der anfangs mit Neonlicht ausgestatte, an Bahnhofshalle erinnernde Saal wurde doch zu einer netten Location, in der die Band ordentlich einheizte und Klassiker von Joe Cocker, Udo Lindenberg etc. auf und ab spielte.
Ein absoluter Hochgenuss waren die Ballroom Stompers aus dem Schwarzwald. Die Bürgerklause war bis auf den letzten Platz ausgebucht und das Kondenswasser lief von den Scheiben. Schon von weitem konnte man das Publikum mitsingen hören und nach 5 Zugaben wurde die Süddeutsche Rockabillykapelle erst widerwillig von der Bühne gelassen. Eine Kellnerin sagte mir, das ist eine Stimmung die sonst nur mit Karneval vergleichbar wäre.
Im Piano spielte die Newcomer Band Emilys Necklace aus Neukirchen-Vluyn. Vier total motivierte Jungs spielten musikalisch einwandfreie Sets mit überzeugenden Melodien, starken Riffs und eingehenden Keyboards. Viele Besucher waren begeistert, sagten es wäre eine Hammerband, von der wir in der Zukunft noch viel hören würden.
Gegenüber spielte Funkarea im Riva. Hier tanzten die Gäste auf eigene Disco- Soul und Funk Kompositionen der Solinger Band. Tiefe Beats, super Stimme und abwechslungreiche Percussions standen auf dem Programm.
Mal wieder: TA auf SparflammeWird nicht jünger: die KatzeMuutz
Haussuche, viel Arbeit, Urlaubsvorbereitungen und eine zuckerkranke Katze. Da gerät die Pflege der Tien Anton Seite zwangsläufig mal wieder ins Hintertreffen. Aber das ist ja nicht das erste Mal, und wie regelmäßige Leser aus der Vergangenheit wissen, sind diese kurzen Durchhänger-Phasen nie von Dauer.
Bis zum nächsten substanziellen Update nur kurz dies: der Marcel wird ganz bald sein erstes Buch veröffentlichen. Es wird autobiografisch, schonungslos und eben typisch Thebach sein. Sobald ich das Vorab-PDF ganz gelesen habe gibt's hier eine Rezension dazu. Außerdem wäre ich neugierig, zu erfahren, wie denn das SüchtelnerKneipenfestival so gelaufen ist. Sachdienliche Hinweise (Bilder?) dazu bitte per elektrischer Post an redaktion@tienanton.de.
Der heutige Beitrag unserer Tien Anton Musikwoche widmet sich der Frage: was würde ich tun, wenn ich am kommenden Freitag nicht ein paar 18-jährigen musikalischen Ausnahme-Talenten bei der Arbeit zuschaute? Dann würde ich höchstwahrscheinlich einem 85-jährigen Ausnahme-Musiker bei der Ausübung seines Berufs lauschen. Mit Charlie Mariano gastiert im Süchtelner Weberhaus einer der großen Altsaxophonisten der Jazzgeschichte.
Ali Haurand schreibt über ihn:"Es gibt nicht mehr viele Musiker, die von sich behaupten können, dass sie mit Dizzy Gillespie oder Erroll Garner in einer Band gespielt haben, in den legendären Big Bands eines Stan Kenton und Charles Mingus gesessen sind und später auch noch wesentliche Impulse für das Jazzgeschehen in Europa gegeben haben."
Dem bleibt hinzuzufügen, dass Mariano neben den Verdiensten, die er sich - als Amerikaner - um den europäischen Jazz erworben hat, auch eine der prägenden Figuren in der Geschichte von Jazzrock und World Music ist. Ein eindrucksvolles Beispiel für letzteres bietet diese Aufnahme mit der indischen Sängerin R.A. Ramamani aus dem Jahr 2007:
Hier zur Abwechslung in der Geschmacksnote "indisch": Charlie Mariano
Beim Konzert im Süchtelner Weberhaus wird Mariano begleitet von "The Trio": Gerd Dudek - Tenorsax, Sopransax; Rob van den Broeck - Piano und Ali Haurand - Bass. Freitag, 24.04., Viersen-Süchteln, Hochstr. 10, Beginn: 20:30 Uhr, Eintritt € 13.- / ermäßigt € 8.-
Langsam wird es ernst: nur noch drei mal schlafen, dann läutet der Altweiber-Donnerstag den finalen Höhepunkt der "tollen Tage" ein. Während den einen beim Gedanken an knöchelhohe Glasscherbenteppiche und bierklebrigen Zuckerguss auf den Bürgersteigen der blanke Horror packt, heißt es für andere: nichts wie rein ins Vergnügen, sich, besinnungslos und volkstümlich wie sonst das ganze Jahr über nicht, ins kollektive Massenbesäufnis fallen lassen wie in einen schönen Kindheitstraum.
Der blanke Anachronismus in dem Zusammenhang sind die scheinheiligen Anstrengungen der sich an Beflissenheit übertrumpfenden Lokalpolitiker, ausgerechnet zu Karneval das Problem des (Jugend-) Alkoholismus bekämpfen zu wollen. Angeführt von der grünen Spaßbremse Martina Maaßen stößt nun selbst unser sonst eigentlich nicht gänzlich humorlose Bürgermeister ins Horn der politisch korrekten neuen Enthaltsamkeit und ordnet einen Bierausschank-freien Rathaussturm an.
"Man kann auch ohne Alkohol beim Karneval Spaß haben!" so das Credo der wenig glaubwürdigen Teilzeit-Asketen, von denen jeder einzelne bei anderen Gelegenheiten den Zapfhahn umschwirrt wie die sprichwörtliche Motte ein Teelicht. Klar, Sex macht ohne Anfassen auch am allermeisten Spaß, genau wie Backen ohne Mehl oder Döner ohne Scharf. Herr, lass es Hirn vom Himmel regnen!
Kurzum, wir hier bei Tien Anton sind der Meinung: wenn schon, denn schon! Davon abgesehen wollen wir in den verbleibenden Tagen vor dem drohenden Karnevals-Wochenende auch Alternativen aufzeigen für diejenigen, bei denen das närrische Brauchtum ausschließlich Fluchtreflexe auslöst. Den Anfang macht diese Veranstaltung am Samstag im Kunst- und Kulturhaus Bachstraße: Wo ist Norbert?
...am Freitag mal wieder lichterloh. Hier vorab ein paar Foto-Impressionen. Mehr Bilder wird es in Kürze auf der Süchteln brennt Homepage geben.
Das Süchteln brennt war auch dieses jahr wieder ein mehr als gelungenes Festival. Markus Heines und die "Paradiesvögel" haben es endgültig geschafft, die Veranstaltung als inoffizielles Jahresauftakt-Event der Viersener Rock-Szene zu etablieren.
Das außerordentlich hohe Ansehen, das die Süchtelner Veranstaltung in der Szene genießt zeigte sich, neben dem gewohnt enormen Andrang überwiegend sehr junger Rock-Fans, in der hohen Zahl maßgeblicher Aktivisten der Viersener Rock-Kultur unter den Besuchern. Die ("Eier mit Speck"- und Kneipen-)Festival-Macher Saori, Wim und Tappi wurden ebenso gesichtet wie Veranstalter Markus Gehlen vom Saal Birgit, "komplett"-Wirt Budda oder Birgit Zerres, die für die Stadt Viersen den "Young Talents" Bandcontest betreut. Sie alle erlebten eine Rock-Party vom feinsten:
Toastbrot (in neuer, reduzierter Trio-Besetzung) gingen richtig gut nach vorne, Idiotlights überzeugten mit intelligenten Indie-Rock-Nummern mit Anspruch. TrickORtreat rockten die Hütte, dass die Wände wackelten mit ihren einzigartigen Dual-Vocals und Timo Brauwers tödlich präzisen Gitarren-Riffs. Cyrcus-Frontmann Chubby hatte zwischendurch Sorge, als Headliner vor halb leerem Haus spielen zu müssen, da der Zeitplan etwas aus den Fugen geraten war.
Die Furcht erwies sich als unbegründet, zwar war es bereits nach 1 Uhr, als Cyrcus endlich die Bühne entern durften, aber die Hütte war noch voll und die Fans allerbester Stimmung, so dass Cyrcus in gewohnt souveräner Manier eine Indie- und Nu-Metal-Party vom Feinsten zelebrieren und dem Süchteln brennt ein absolut würdiges Festival-Finale bereiten konnten.
Schuld sowohl am verspäteten Auftritt der Platzhirsche, als auch an bestens gelaunten Musikfans zur späten Stunde war die eigentliche Sensation des Abends, die Köln-Arnheim-Viersen-Connection der HipHop-Crossover-Formation Die Rakede. Verstärkt durch Timo und Julian von trickORtreat, einen röhrenden Hasen und den französischen DJ Miloo brannte Die Rakede ein rockendes Rap-Feuerwerk der guten Laune ab, das die Besucher im Josefshaus von den nicht vorhandenen Stühlen riss. Die HipHopper eroberten die Herzen der Süchtelner Rockfans im Sturm, die ließen sich nicht lumpen und folgten der absolut HipHop-untypischen Einladung zu einer zünftigen "Wall of Death" - Respekt, Süchteln!
Und wie lautete Tappis grinsende Antwort auf unsere Anregung, dass die Jungs ja wohl definitiv auf's nächste "Eier mit Speck" passen würden? - "Hab'sch längst jebucht, Alter!"
Viersen. Im Sitzungssaal des Rathauses an der Bahnhofstraße tritt der Viersener Schulausschuss am Donnerstag, 29. Januar (18.30 Uhr), zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung zusammen. Tagesordnungspunkte sind unter anderem die Festlegung einer Dreizügigkeit für die Astrid-Lindgren-Schule (mit möglichen Konsequenzen für das Hubert-Vootz-Haus - die Red.), die Unterhaltsreinigung in Turn- und Sporthallen und die Haushaltsplanberatungen.
Ordnungs- und Straßenverkehrsausschuss berät Haushalt
Viersen. Die Beratung des Haushalts steht im Mittelpunkt der nächsten öffentlichen Sitzung des Viersener Ordnungs- und Straßenverkehrsausschusses am Dienstag, 3. Februar (18.00 Uhr), im Forum am Rathausmarkt (Cambridgeshire-Zimmer). Weitere Tagesordnungspunkte sind eine Verbesserung der Fußgängerquerung an der Einmündung Theodor-Frings-Allee/Venloer Straße/Peterborough-Platz in Dülken, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung auf der Straße Mühlenheuweg in Dornbusch, die Bevorrechtigung des Radverkehrs vor dem Autoverkehr an geeigneten Kreuzungspunkten im Stadtgebiet Viersen (Antrag der FDP-Ratsfraktion), die Radverkehrskonzeption der Stadt Viersen und die Parkgebührenordnung.
Vorlesestunde in der Süchtelner Bücherei
Viersen. Die Bibliothek in Süchteln lädt alle Vor- und Grundschulkinder im Rahmen ihres Leseclubs am kommenden Mittwoch (4. Februar) um 15.30 Uhr zu einer Vorlesestunde mit den Lesepaten ein. Der Besuch des Leseclubs ist kostenlos und ohne Voranmeldung möglich.
Nächstes Jahr werd ich dann mal versuchen, schon im Vorfeld darauf hinzuweisen, dass es auch in Boisheim eine Weihnachtskonzert-Tradition gibt, versprochen, Tappi ;-) . Nichtsdestotrotz war es ein feiner Abend in Süchteln mit Olaf, Schorsch und Co.!
Viersen. Die Bibliothek in Süchteln lädt alle Vor- und Grundschulkinder im Rahmen ihres Leseclubs am kommenden Mittwoch (5. November) um 15.30 Uhr zu einer Vorlesestunde mit den Lesepaten ein. Der Besuch des Leseclubs ist kostenlos und ohne Voranmeldung möglich.
dmai Nach allem, was man so mitbekommt, ist das gute alte Buch nach wie vor nicht kaputt zu kriegen. Selbst Hermann Hesse lesende Jugendliche sollen vereinzelt wieder gesichtet worden sein. Wenn das als Indiz für ein wieder erstarkendes Interesse an den modernen Klassikern der Literatur gelten kann, dann will ich mit Genuss in diese Kerbe schlagen und all denen einen ebensolchen ans Herz legen, die, wie ich selbst auch, eigentlich nur im Urlaub, am Strand oder im Zelt zum Bücherlesen kommen. Passend zur regionalen Ausrichtung dieser Seite gilt unser Literatur-Tipp dabei einem Autor, der als gebürtiger Süchtelner seine letzten Lebensjahre im Dülkener Altenheim St. Cornelius verbrachte, wo er am 9. April 1989 verstarb.
Tien Antons ultimative Empfehlung für alle Backpacker, Interrailer und Strandnixen: "Die Insel des zweiten Gesichts" von Albert Vigoleis Thelen. Vor einigen Jahren von der Literaturkritik wiederentdeckt ist der Vigoleis-Hype zwischenzeitlich wieder abgeebbt. Dass die öffentliche Anerkennung von Person und Werk erst in Thelens letzten Lebensjahren stattfand, ist wohl am ehesten mit seiner konsequent jede deutschtümelnde Vaterlands-Anbiederung vermeidenden kritischen Grundhaltung gegenüber der Heimat zu erklären.
"Die Insel..." beschreibt die Abenteuer, die der bekennende Kartoffel-Hasser Vigoleis vor dem Hintergrund des Herannahens von zweitem Weltkriegs und Franco-Diktatur auf Mallorca erlebt, wohin es ihn gemeinsam mit Lebensgefährtin Beatrice verschlagen hat. Mit opulentem Sprachschatz und, ganz wie sein berühmter Zeitgenosse Thomas Mann, im für seine Zeit eigentlich fast schon zu "klassischen" Tonfall beschreibt Thelen das pralle Inselleben, charakterisiert die Mallorquiner und diejenigen, die aus allen Ecken Europas zugereist, auf der schon damals beliebten Insel versuchten, sich eine neue Existenz aufzubauen. Die Vorläufer des modernen Aussteigers gewissermaßen, zahlenmäßig zunehmend verstärkt durch jene, die glaubten, sich auf der Insel vor den Nazis fernhalten zu können.
Der Vergleich mit Thomas Mann ist mir beim Lesen des Buches öfter in den Sinn gekommen, einfach weil der Autor sich eines ähnlich umfassenden, scheinbar unerschöpflichen sprachlichen Reichtums bedient wie der Lübecker. Im Gegensatz zu diesem glänzt unser Süchtelner darüber hinaus mit einer geradezu antibürgerlichen Grundeinstellung, die dem Beschriebenen einen gewissen anarchischen Charme verleiht, der sich in diesem Ausmaß bei Mann nicht finden lässt. Schön auch, wie der Autor in die Beschreibungen seiner mallorquinischen Abenteuer immer wieder Episoden aus der niederrheinischen Heimat einfließen lässt, um durch die demonstrativ aufgezeigten Gegensätze eine um so treffendere Beschreibung der in vielem doch so anderen mediterranen Lebensart der Inselbewohner zu liefern.
Auf diese Weise lässt Thelen ein paneuropäisches Sittengemälde von überbordender Opulenz und zeitgeschichtlicher Authenzität entstehen, das in der zeitgenössischen Literatur seinesgleichen sucht und doch kaum findet. Außerdem gibt es in dem Buch ein paar wunderprächtige und in ihrer archaischen Schlichtheit überzeugend zeitlose Beschreibungen des ewigen Zweikamps der Geschlechter mit einer erfrischend unverkrampften Gewichtung der erotischen Aspekte von Zweisamkeit.
Zu finden ist "Die Insel des zweiten Gesichts" in unterschiedlichen Ausgaben auf so manchem Wühltisch, bei diversen Internet-Anbietern, beim Buchhändler Eures Vertrauens oder im gut sortierten Antiquariat.
Wer weiß, ob unsere Jungs in der Österschweiz so weit kommen - diese Viersener Jungs haben es jedenfalls geschafft und bestreiten heute das große Finale im Young Talents Bandwettbewerb, veranstaltet von Hubert-Vootz-Haus und Stadt Viersen:
Die Finalisten im Uhrzeigersinn: Center Myself, Beat!Beat!Beat!, Eleonore und Toastbrot
Tien Anton wünscht allen Bands viel Glück, den Veranstaltern ein volles Haus, dem Publikum eine Wahnsinns-Party und mögen die Besten gewinnen! Heute Abend 19:30, Süchteln, Josefshaus.
Nacht- und Nebel-Pächterwechsel im Hindenburg - und was wird aus Altem Waisenhaus?
Die Geschicke des Süchtelner Edel-Hotels Hindenburg liegen seit Monatsbeginn in Händen der neuen Pächterin Carmen Werner. Wie die RP berichtet, sah sich Inhaber Wilhelm Janissen-Brass gezwungen, die Geschäftsführung auszuwechseln, da diese "nicht mehr tragbar" gewesen sei. Damit bestätigen sich die schon seit längerem kursierenden Gerüchte über mangelnde Zahlungsmoral und Misswirtschaft der bisherigen Hindenburg-Betreiber. Auch wenn die bisherige Hotel-Leitung vom Vorwurf der Insolvenzverschleppung nichts wissen will: Tien Anton sind persönlich Gläubiger des Hindenburg bekannt, die seit Monaten auf die Begleichung offener Rechnungen warten. Im Interesse der Angestellten und der zur Zeit ohne Ausbildungsplatz dastehenden Azubis kann man nur hoffen, dass das Vertrauen, das Hotelbesitzer Janissen-Brass in seine jetzt aus dem sprichwörtlichen Hut gezauberte neue Pächterin setzt, sich auszahlt und es der bisherigen Aushilfe gelingt, den eigentlich guten Ruf des Hauses wieder herzustellen. Offen bleibt bis auf Weiteres die Frage, wie sich das Hindenburg-Desaster auf den geplanten Betrieb von Hotel und Gastronomie im Dülkener "Alten Waisenhaus" auswirkt. Hier hatte Investor Janissen-Brass eigentlich seine bisherigen Süchtelner Geschäftsfreunde als Gastronomen vorgesehen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Lautstärke und Bebaungsplan scheinen hier abermals die Zauberkünste des Investitions-Magiers gefragt. Hat er noch ein Kaninchen im Zylinder?
Allerletzte Frage für heute: ist eigentlich ein neuer Pächter an Veranstaltungs-Vereinbarungen seines Vorgängers gebunden? Falls ja würde ich mich hiermit gerne um eine Presse-Akkreditierung zur Berichterstattung über dieses Event bewerben. Edit: Wir haben den Link entfernt auf Bitte des Hotels Hindenburg, die Party findet nicht statt!
Der Grandseigneur des europäischen Jazz (obwohl er Amerikaner ist): Saxophonlegende Charlie Mariano besitzt mit seinen mittlerweile 84 Lebensjahren immer noch eine phänomenale Bühnenpräsenz. Wer sich davon überzeugen möchte, kann dies heute im Süchtelner Weberhaus tun. Im Trio mit Ali Haurand, b und Daniel Humair, dr wird Mariano dort die Essenz eines erfüllten Musikerlebens zu Gehör bringen. Weberhaus, Hochstr. 10a, Süchteln, Beginn 20:30
Großkampftag für Hardcore-Handballfans am kommenden Samstag, 1. März, in Süchteln: Gleich jeweils drei Mannschaften der konkurrierenden Teams aus Süchteln und Dülken treffen am gleichen Tag und am selben Ort in verschiedenen Ligen aufeinander. Schauplatz des Handball-Showdowns ist die Sporthalle der Johannes-Kepler-Realschule, Friedensstr. 53 in Süchteln.
Los geht's um 16:00, dann treffen als erstes in einem Spiel der Kreisklasse B die 3. Mannschaften beider Vereine aufeinander. Um 17:45 geht es dann weiter mit der Bezirksliga-Begegnung ASV Süchteln 2 gegen SG Dülken 2. Den krönenden Abschluss des Handball-Marathons bildet schließlich das Verbandsliga-Duell zwischen den ersten Mannschaften aus Dülken und Süchteln um 19:45 Uhr.
Süchteln brannte lichterloh...
...und konnte nur noch mit reichlich Bier gelöscht werden. Tim Robens war für Tien Anton vor Ort, hier sein Bericht:
Als trickORtreat gegen 1 Uhr die Bühne des Süchtelner Josefshaus verließen war klar: Das Ziel, das sich das Organisationsteam um Markus Heines gesteckt hatte, war voll aufgegangen, Süchteln hatte lichterloh gebrannt. „Es sind aktuell circa 650 junge Menschen hier und wir können niemanden mehr reinlassen. Das toppt sogar den Zuschauerrekord aus dem letzten Jahr noch mal“, sagt Daniela, die an der Kasse sitzt.
Wie viel 650 Menschen sind, wird klar, als Cyrcus aus Heinsberg zu spielen beginnt und von allen Ecken des Josefshaus Fans versuchen, möglichst nah an die Bühne zu kommen. Eingeheizt durch Frontmann Chubby tobt die Menge, die sich bereits bei Add No Aid und den Newcomern von Beat!Beat!Beat! kaum zurück halten konnte.
Deren Bassist Tim Gerke sitzt nach dem Auftritt ziemlich erschöpft am Rand des Geschehens. „Wir haben zwar ein paar kleine Fehler gemacht, aber die Leute hier sind sensationell.“ Die relativ junge Band teilt mit ihrem Mix aus Indie-Rock, House und Trash auch bei ihrem zweiten größeren Auftritt die Gemüter: Während die einen begeistert von den vier jungen Musikern aus Viersen und Umgebung sind, finden die anderen ihre Musik „trashig“, „zu elektronisch“ und „schlecht umgesetzt“.
Doch gerade hier liegt seit Jahren die Stärke von Süchteln Brennt, wo sich nicht nur alle Altersgruppen von 16 bis weit über 40 ein Stelldichein geben, sondern auch musikalisch für jeden Geschmack etwas dabei ist. Das zeigt eindrucksvoll auch Dawson’s Crack, die vorletzte Band des Abends, deren Musik eher in Richtung Ska-Punk geht. Durch die erfolgreiche Kombination von klassischer Bandbesetzung mit Gitarre, Schlagzeug, Bass und zwei Blechbläsern brachte sie die Menge in Stimmung. In wildem Pogo feierten die Besucher die Band und den Abend. Dawson’s Crack-Trompeter Fabian fällt dazu nur eines ein: „Süchteln Brennt ist eines der besten Rockfestival in der Umgebung. Alles ist perfekt organisiert und das Publikum ist gut drauf.“
Süchteln brennt!
Am 18. Januar müssen Dülkener Freunde der etwas härteren Klänge einmal mehr den Weg über'n Berg antreten, ein Pflichttermin aber auch für alle anderen Rock-Fans in der Region: die zwölfte Auflage von Süchteln Brennt.